KF-21 - Seekajak-Tour Dalmatien/Kornaten - 5. Tag - 13.08.2015

 

verfasst 2016 - geändert am 22.04 2016

 

Das dazugehörende Kapitel im Reisebericht: „Zum Donnerwetter mit dem Seekajakherz“ von meiner Paddelpartnerin Suomalee findet Ihr bei den „Outdoorseiten“ im Post #09 mit der Überschrift:
„KORNATEN, KLAPPE DIE ZWEITE“ --->
klicke: “hier“
(Quelle:https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/88614-HR-Zum-Donnerwetter-mit-dem-Seekajakherz?p=1431013&viewfull=1#post1431013)

 

  

Bild 01: Der Streckenplan vom 13.08.2015, mit „google-earth“ erstellt.

 

Etmal: 37,0 km - gepaddelte Strecke gesamt: 93,5 km

 

An diesem Tag legten wir die längste Tagesstrecke (Etmal) unserer Reise zurück. Das ruhige Wasser, insbesondere im Kanal parallel zur größten Insel Kornat, begünstigte dabei unser Vorhaben.

 

Es gab zwar viel zu sehen, aber wenig zu erzählen. So imposant die Kornaten auch waren, um so eintöniger wirkten diese kahlen Felsformationen, je länger man sich in dieser Inselwelt aufhielt. Ich empfand sie nach geraumer Zeit, durch die Gleichförmigkeit ihrer karstigen Kalksteinkuppen, eher langweilig, ausgenommen natürlich die Kippen an den Inselaußenseiten zum offenen Meer hin. Diese Steilküsten werden als sogenannte „Kronen“ (kroat. krune, ital. corone) bezeichnet - daher auch der kroatische Name „Kornati“ oder allgemein Kornaten.

 

Weil Suomalee schon ausführlich über diesen Tag berichtet hat, möchte ich mich nicht lange mit Erzählungen aufhalten und nur die Daten weitergeben und meine Erfahrungen zur technischen Ausführung beisteuern. Ich bitte Euch, sich in das entsprechende Kapitel von Lee zu vertiefen (Link siehe oben).

 

Zunächst paddelten wir zu den Kornaten hinüber und dann nordwestlich bis zur Insel Rafni Zakan.

 

Zwischenstopp auf der Insel Rafni Zakan

Nord: 43 grd, 43 min, 35 sec - Ost: 15 grd, 26 min, 58 sec

 

Der Inselhafen machte auf mondän, passte sich dem Klientel der protzenden Jachtbesitzer an. Das war nichts für uns und wir waren froh, wieder in unseren Booten zu sitzen.

 

Kurzer Zwischenstopp auf der Insel Rafni Zakan

Nord: 43 grd, 43 min, 39 sec - Ost: 15 grd, 25 min, 55 sec

 

Auf der anderen Seit der Insel glitten wir in eine kleine Bucht, die zum Glück nicht so überlaufen war. Dort wollte ich die Kajak-Station eines bayerischen Bootsbauers besuchen, musste aber erfahren, dass dieses angemietete Gebäude zwischenzeitlich verkauft worden und dem Kommerz zum Opfer gefallen war. Der Mieter aus Bayern habe dann angeblich sein Domizil in den Norden der Insel Kornat verlegt.

 

Nach einem ausgiebigen Bad in der Bucht, setzten wir unsere Fahrt fort. Wir paddelten zunächst in Richtung der großen Kornateninsel und dann in dem Kanal nach Nordwesten, entlang der Insel Kornat. Weit entfernt versperrte eine große, mit hohen, steil abfallenden Klippen, sehr markante Insel den Kanal. Ich deutete Lee an, dass wir diese Insel als Zielpunkt anvisieren sollten.

 

Kurzer Zwischenstopp auf der Insel Piskera

Nord: 43 grd, 46 min, 00 sec - Ost: 15 grd, 20 min, 36 sec

 

Auf halben Weg legten wir noch einmal eine Rast in einer Bucht auf der Insel Piserka ein. Ein wenig kalorienreiche Nahrung und ein erneutes Bad trugen zum Wiedererlangen unserer Kräfte und zur Entspannung bei.

 

Aus der Karte zählte ich die Inseln bis zu unserem Ziel Mana. Mana war die dritte Insel laut Karte. Nach den Fotos bei „google earth“ lagen die Ruinen des „Piratennests“, eine stehen gelassene Filmkulisse aus den 1960er Jahren und heute beliebtes Ausflugsziel von Jacht-Touristen, auf einer sanft ansteigenden Bergkuppe, gut vom Wasser aus zu sehen. Auf der Weiterfahrt steuerte ich nach dem Passieren der zweiten Insel die dritte an, die noch vor unserem gewählten „Markierpunkt“ der Insel mit den schroffen Felsformationen lag. Diese dritte Insel bestand aus einem flachen kahlen Hügelbogen, der so typisch für die Kornaten war. Wir suchten auf der Nordwestseite den Kiesstrand. Da war aber keiner. Es war auch kein verfallenes Film-Mauerwerk oben auf dem Gipfel zu sehen, das ja auf Mana aufgebaut und zu erkennen war. Bald hatten wir die Insel umrundet. Also Mana war das bestimmt nicht.

 

An Mana waren wir aber noch nicht vorbeigekommen, da waren wir uns absolut sicher. Also mussten wir auf alle Fälle weiter. Wenn die umrundete Insel nicht unser Ziel war, dann wird notgedrungen die Insel mit den hohen Steilwänden Mana sein. Währen wir beratschlagten und uns dann entschieden, auf alle Fälle dorthin zu paddeln, sahen wir in der Ferne drei Kajaker auf uns zukommen. Auf diese warteten wir, und baten sie um Auskunft. Die Mitglieder einer tschechischen Gruppe deuteten eben auf diese imposanten Insel vor uns und erklärten, das sei Mana. Die Insel, die wir umrundet hatten, war Mali Rasip, also erst die zweite, nach meiner Zählweise - und was ich als zweite Insel in Natura ansah, war die Insel Rasipic, die ich aber bei der Auskundung nicht mitgezählt hatte, weil sie auf der Karte für mich zu unscheinbar gewesen war, vor Ort aber wesentlich größer als gedacht ausfiel.

 

Beim Nachbearbeiten unserer Seekajak-Tour habe ich in Reiseführern gelesen, dass auf Mana die längste „Krone“ (1.350 m) zu sehen sei, die zugleich die zweithöchste Klippenwand (65 m) der Kornaten darstellt. Ich hätte halt die Reiseführer schon vor Antritt der Fahrt lesen sollen. Dann wäre dieser ärgerliche Irrtum ausgeschlossen gewesen und ich hätte Lee bereits schon am Beginn des Kanals bei Rafni Zakan definitiv sagen können, dass die Insel mit den steil abfallenden Klippen vor uns, die wir als Zielpunkt anvisieren sollten, bereits unser vorgesehener Lagerplatz „Mana“ sei. (Smiley: „Lächeln“)

 

Ankunft im Lager auf der Insel Mana, Nordwestküste

Nord: 43 grd, 48 min, 11 sec - Ost: 15 grd, 15 min, 51 sec

 

  

Bild 02: Die letzten gut drei Kilometer, vom Meeting mit dem tschechischen Paddlerteam ab, waren dann schnell überbrückt und als wir am Kiesstrand ankamen, erblickten wir auch schon die Gemäuer des Filmdorfes oben auf der Anhöhe. Jetzt hatten wir unser Ziel endlich erreicht.

 

 

Bild 03: Nachdem wir unsere Kajaks versorgt und unseren Schlafplatz hergerichtet hatten, kehrte auch bei uns wieder Ruhe ein.

 

 

Bild 04: Lee machte einen Rundgang auf der Insel, stieg hinauf zum „Piratennest“ und fotografierte, oben von den Klippen aus, den rund 14 km langen Kanal nach Südosten, den wir zuvor entlanggekommen waren ...

 

 

Bild 05: ... und hielt auch den Blick nach Nordwest fotografisch fest. Das war genau die Richtung, in die wir morgen paddeln werden.

 

Wir genossen wieder einen leckeren Eintopf, einen Schluck aus der Pulle (natürlich aus unseren Kaffeetassen) und einen grandiosen Sonnenuntergang mit einem Abendrot, das sogar die vom Wasser umspülten blanken Steine vor uns rot erglühen ließ.

 

Anmerkung und Tipp:

 

Erneut hat mich ein Missgeschick ereilt, das eigentlich hätte nicht passieren dürfen, wenn ich mich besser in die Seekarte vertieft oder unterwegs öfter die Route mit der Karte abgeglichen hätte. Bei einem Gewirr von großen, kleinen und kleinsten Inseln ist diese ständige Kontrolle unbedingt notwendig.

 

Man kann sich sehr gut ausmalen, was da in den skandinavischen Schären los wäre, wenn man nicht genau arbeiten würde. Man meint eine große Insel mit vielen Buchten vor sich zu haben, und wenn man sich diesem Gebilde nähert, zerfällt dieses Küstenband in unzählige kleine Eilande. In solchen Fällen ist man mit einem zusätzlichen elektronischen Hilfsmittel (z.B.: GPS) klar im Vorteil.

 

Ich für meinen Teil habe die Lehren daraus gezogen und mir fest vorgenommen, für den Rest der Reise vorsichtiger zu arbeiten, damit ich mich nicht noch einmal blamiere. (Smileys im Dreierpack: „erhobener Zeigefinger“, „belämmerter Blick nach unten“ und „Zwinkern“)

 

Sollten wir noch einmal die Gelegenheit erhalten, die Kornaten mit den Kajaks zu befahren, würde ich Lee vorschlagen, dieses Mal die paddeltechnisch anspruchsvollere Route an der eindrucksstarken Außenseite der Inseln zum offenen Meer hin zu wählen, zum Beispiel: Murter, Vrgada, Zut, Lavdara, Iz, Zverinac, Dugi Otok (Steilküste), Mala Proversa, die hohen Klippen von Mana, Veli Rasip und Klobukar, Kurba vela, Murter. Das wären rund 200 km. Ob man die Außenseite von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord absolviert, hängt von der persönliche Einstellung ab oder von den gerade vorherrschenden Wetterverhältnissen (Maestral oder Jugo). Ich persönlich würde die Tour entgegen dem Uhrzeigersinn vorziehen.

 

 

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