BK-14 - Holzkocher - Teil 1 - Einführung

 

verfasst 2013 - geändert am 06.12.2013

 

Sehr viel wird zur Zeit über das Kochen mit Holz diskutiert und geschrieben. Holzkocher scheinen zum neuesten Trend in der Outdoor-Szene zu mutieren. Fast unzählig sind die „innovativen“ Präsentationen von Holzkochern, industriell gefertigt oder in der Hobbywerkstatt selbst gebastelt. Wenn es so viele Arten und diverse Prinzipien von Kochern gibt, sind auch eben so viele unterschiedliche Meinungen vorhanden. Jeder preist dabei „seinen“ Kocher an, als den besten, den sparsamsten, den kleinsten, den leichtesten, den schnellsten oder ganz allgemein den effektivsten - also das „Nonplusultra“.

 

Jeder Benutzer hat aber seine eigenen subjektiven Vorstellungen zu seinem Holzkocher, was er können muss und worauf es ihm persönlich ankommt. Eine pauschale, allgemeingültige Idealvorstellung eines Holzkochers gibt es nicht! So muss jeder einzelne Outdoor-Aktivist den Kocher selber aussuchen, den er für seinen Zweck als optimal hält. Gibt es ihn nicht zu kaufen, muss er ihn eben in eigener Regie basteln. Die Anregungen in den entsprechenden Foren sind bei der Auswahl sicherlich sehr hilfreich, sollten aber nicht als einzig gültig angesehen werden. Dazu sind die Einsatzzwecke zu verschieden.

 

Einen Hauptgrund haben alle Holzkocher-Benutzer allerdings gemeinsam: Sie möchten auf alle Fälle unabhängig vom mitgeführten Brennmaterial sein ... zumindest in den Regionen, in denen man genügend Holz zum Verbrennen und zu jeder Jahreszeit vorfindet. Das dürfte in den meisten Situationen unseres normalen europäischen Outdoorlebens der Fall sein.

 

Bei der intensiven Suche nach einem idealen Kocher für meine Outdoor-Aktivitäten ist es mir wie vielen anderen Outdoor-Freaks ergangen: Vom Spiritus, über Benzin, Petroleum, Paraffin und Gas, bin ich vor rund 10 Jahren wieder beim Holz gelandet, so wie in den Anfängen meiner Wanderschaft, als ich damals mit einem winzigen Lagerfeuer begonnen habe, gerade so groß, dass mein Tee- oder Kaffeewasser zum Kochen gekommen ist. Während meiner Militärausbildung habe ich dann gelernt, überhaupt keine Spuren zu hinterlassen und entsprechende Grubenfeuer anzulegen.

 

Heute realisiere ich meinen unauffälligen, spurenlosen Aufenthalt in der Natur mit meinen Holz-Kochern oder -Öfen. Ein offenes Lagerfeuer, ausgenommen in einer Notsituation, brauche ich schon lange nicht mehr: Für die Romantik und für die Seele reicht mir eigentlich ein Kerzenstummel oder das Restfeuer vom Kochen und gegen die Kälte bevorzuge ich sowieso angepasste Kleidung und einen entsprechenden Schlafsack mit Liegematte und, wenn erforderlich, Biwaksack, Tarp oder Zelt.

 

Die Uneinsichtigen unter den meist neu hinzugekommenen Outdoorern, die unbedingt am knisternden, mannshohen Lagerfeuer sitzen wollen, werden sich in naher Zukunft sehr wundern, wenn die Behörden den Zugang zur Natur durch Verbote immer mehr einschränken. Hoffentlich sehen diese Leute dann auch ein, dass sie selbst zu den starrsinnigen Verursachern gehören, die den Ast des freien Outdoorlebens absägen, auf dem sie sitzen! Eklatantes Beispiel: die stufenweise Abschaffung des Jedermannsrechts in Skandinavien, infolge des Outdoor-Booms der Europäer, insbesondere der „Südschweden“ bis hinunter zu den Alpen, in den letzten fünfzehn Jahren. Hier setzte ich lieber den Sicherheitssmiley: „entwaffnendes Lächeln“, falls sich ein Mitglied der Outdoorseiten unangenehm angesprochen fühlen sollte, was ich aber nicht ganz glaube.

 

 

Bild 1: Eine Auswahl von meiner Kollektion an Holzkochern, in der Regel alles Eigen- und Umbauten. Es haben sich für mich persönlich insgesamt drei Versionen herausgebildet: Holzgas-Kocher, Hobo-Kocher und Feuerkörbe.

 

Zu Beginn meiner methodischen Suche nach geeigneten Holzkochern habe ich eine Prioritätenliste für die Kriterien zusammengestellt, die mir persönlich als wichtig erscheinen:

 

1 - absolute Verträglichkeit meiner Kochstelle mit der Natur (keine Spuren)

2 - Kocher so groß, dass er mindestens 3/4 l Wasser sicher zum Kochen bringt

3 - zuverlässige, einfache Handhabung

4 - sicherer Stand

5 - kleines Packmaß (je nach Verwendungszweck: Kajak, Bike, Rucksack usw.)

6 - relativ leicht

7 - kurze Kochzeit

8 - kostengünstig (evtl. Recycling-Material)

9 - Ersatz für die Lagerfeuerromantik

 

Apropos, wer interessiert ist, wie ich meine Prioritätenlisten mittels einer normierten Entscheidungshilfe unter der Verwendung des „Paarvergleichs“ aufstelle, kann dies in meinem Beitrag: BG-09 - „Normierte Entscheidungshilfe - Paarvergleich“ nachlesen - klicke: “hier“.

 

Kommentar zur Rangfolge meiner Kriterien

 

1 - absolute Verträglichkeit meiner Kochstelle mit der Natur (keine Spuren)

- Dieser Punkt hat meine höchste Priorität. Das heißt, ich entfache grundsätzlich kein offenes Lagerfeuer direkt auf dem Boden, mag es noch so romantisch sein! Zu einem ist der Verzicht reiner Umweltschutz und bannt zudem die Brandgefahr von Feld und Wald. Zum andern möchte ich nicht, dass man sofort erkennt, dass sich an dieser Stelle jemand aufgehalten hat.

 

2 - Kocher so groß, dass er mindestens 3/4 l Wasser sicher zum Kochen bringt

- Wenn ich allein unterwegs bin, reicht mir in der Regel 1/2 l Wasser auf Rucksacktouren (Trinktasse), 1 l Wasser auf Seekajakreisen (Koch-Topf, -Schüssel oder Feuertopf), den ich auf alle Fälle zum Kochen bringen muss. Der 3/4 l Wasser, besser wäre natürlich 1 Liter, kommt von den Konservendosen, die ich zum Testen und Vergleichen verwende. Der Kocher ist so zu dimensionieren, dass er auch leicht feuchtes Holz verbrennen kann, wenn einmal genügend Glut vorhanden ist. 

 

3 - zuverlässige, einfache Handhabung

- Je weniger sich am Kocher etwas bewegt, desto einfacher lässt er sich handhaben. Ich habe deshalb alle Features verworfen, mit denen man etwas einstellen kann, wie variable Luftzufuhr, Höhenverstellung, Aschekasten, klappbare Ausführungen usw. Dadurch erhöht sich die Stabilität des Kochers, weniger wird defekt und die nervige Fummelei (z.B. im Winter mit Handschuhen) wird minimiert. Mir geht es bei meinen Touren grundsätzlich um einen zuverlässigen Kocher! Der muss nicht extrem optimiert sein, denn wenn auf der einen Seite eine besondere Eigenschaft herausgezüchtet wird, schränkt sie auf der anderen Seite unter Umständen die Effizienz wieder ein - Beispiel: Extrem geringes Gewicht und kleinstes Volumen eines Hobos vermindert stark die Leistungsfähigkeit bei einer größeren Kochmenge und man kann nur absolut trockenes Holz verwenden, was allerdings während der Regenzeit seltener zu finden ist. Wichtig ist mir, dass der Holzkocher mich nicht in Stich lässt ... und dem Kaffee- und Tee-Wasser ist es sicherlich einerlei, nach welchem Kocher-Prinzip es zum Kochen kommt. Zur Zeit werden ja sehr intensiv vier Varianten der Holzkocher diskutiert: Hobokocher, Feuerkorb, Holzgaskocher und Rocketstove. Jede Technik hat seine Vor- und Nachteile und die Anwender entscheiden rein subjektiv, welcher Methode sie den Vorzug geben.

 

4 - sicherer Stand

- Aufgrund von Punkt 1 ist ein umkippsicherer Kocher vorzuziehen. Ich mag auch nicht, wenn das Kochgut durch leichtsinnige Handhabe auf dem Boden landet, insbesondere dann nicht, wenn ich es habe tragen müssen.

 

5 - kleines Packmaß (je nach Verwendungszweck: Kajak, Bike, Rucksack usw.)

- Ebenso wie beim Gewicht (siehe dazu Nummer 6) ist es entscheidend, wie ich unterwegs bin und auch wie lange. Im Kajak und auf dem Bike ist das Volumen nicht so entscheidend als beim Rucksackwandern. Die Vorliebe vieler Outdoor-Aktivisten, alles ineinander verschachteln oder klappbar machen zu können, teile ich persönlich nicht. Topf und Kocher werden beim Seekajaking meist getrennt verpackt, jeweils in einem eigenen Beutel/Tüte/Folie, damit nichts verschmutzen kann. In den Hohlräumen werden weitere Ausrüstungsgegenstände transportiert: im Topf, in einem verschließbaren Folienbeutel, die empfindlichen Lebensmittel wie Kräuter, Gewürze, Zucker, Salz, eventuell Hartweizengrieß und Haferflocken - im Kocher, gegen Verschmutzung (meist in Kunststofftüten, die man noch überall beim Einkaufen bekommt) sicher eingeschlagen, die restlichen Kochutensilien wie Besteck, Topfzange, Zündhölzer, Spül-Mittel, -Lappen, -Schwamm, Topfkratzer, Geschirrtuch, evtl. Zunder usw.

 

6 - relativ leicht

- Dieser Punkt unterliegt grundsätzlich einem Kompromiss: Je größer und stabiler ein Kocher ausgelegt ist, desto mehr kommt sein Gewicht zum Tragen. Man kann dies noch mit einer leichteren Materialsorte und/oder -stärke minimieren. Aber auch hier sind Grenzen gesetzt, damit sie nicht mit anderen wichtigen Punkten kollidieren. Außerdem ist auch die Transportart zu berücksichtigen. Im Kajak oder auf einem Bike kann ich ohne Weiteres einen schwereren Kocher mitnehmen, als im Rucksack. Wenn man allerdings bei Gas-, Spiritus-, Petroleum- oder Benzin-Kochern noch das Gewicht des auf der Trekkingtour benötigten Brennmaterials und dessen sichere Verpackung berücksichtigen muss, kann man getrost einen etwas schwereren Holzkocher akzeptieren.

 

7 - kurze Kochzeit

- Wie lange der Kocher benötigt, bis er 1/2 oder 1 l Wasser zum Kochen bringt, sehe ich persönlich als eigentlich nicht so wichtig an. Während der Kocher seinen Dienst verrichtet, kann ich inzwischen etwas anderes erledigen, zum Beispiel: Tagebuch schreiben, Lager aufbauen, Reparaturen ausführen, usw. Mir kommt es nicht darauf an, Rekorde in kürzester Kochzeit oder mit dem minimalsten Brennstoffverbrauch aufzustellen. Erstens habe ich „outdoor“ genügend Zeit zum Kochen und zweitens dürfte Brennmaterial in ausreichender Menge vorhanden sein, zumindest in den Regionen, die ich besuche. Beim einer richtigen Zubereiten einer Mahlzeit mit frischen Nahrungsmitteln (z.B.: Eintopf) spielt die maximale Leistung des Kochers sowieso keine dominierende Rolle, weil die Kochdauer ausschließlich vom schonenden Garen (Köcheln) der Speise abhängig ist.

 

8 - kostengünstig (evtl. Recycling-Material)

- Dieser Punkt steht bei mir weit hinten, weil ich mir in der Regel meine Ausrüstung selber baue und nur in den Fällen auf Industrieprodukte zurückgreife, bei denen ich aus Mangel an Kenntnissen und Werkzeug passen muss, wie beim PE-Kajak selbst, beim Bike, bei den Klamotten, der elektrische Ausrüstung usw. Allerdings vermeide ich die horrenden Preise der Industrie zu bezahlen, wenn es simple Alternativen dazu gibt. Beispiel: Für fünf Blechplatten eines steckbaren Hobo-Ofens mit ein paar eingestanzten Löchern, Nuten und Schlitzen darin - bei der Herstellung sind das Cent-Artikel - nahezu einen hohen zweistelligen Euro-Betrag zu berappen, für den angepassten Topf dazu etwa noch einmal so viel, halte ich persönlich für übertrieben. Das beliebte Argument, dass solche Geräte zunächst einmal entwickelt werden müssen, ist in meinen Augen sehr fadenscheinig, denn wenn man die gängige Literatur durchforstet, findet man genügend Beispiele an Gerätschaften und Prinzipien aus alter Zeit, ja sogar zurück bis zur Antike (z.B.: Hoboofen, Brennschalen für Spiritus, Öl und Talg, Feuerkörbe, Know-how der römischen Thermen für den Rocketstove usw.), die dann nur übernommen und der Produktion angepasst werden müssen - vom kriminellen Ideenklau mancher Hersteller bei den engagierter Bastlern, die ihre Ideen in den zahlreichen Internetforen ausschließlich zum Nachbasteln für Gleichgesinnte und nicht zum kommerziellen Zweck des Geldraffens vorstellen, einmal ganz abgesehen. Ausnahmen sind natürlich diejenigen Outdoor-Freaks, die ihre Entwicklungen selbst vermarkten oder diese der Industrie bewusst offerieren. Das dürfte aber bestimmt nicht die Mehrheit von uns Bastlern sein.

 

9 - Ersatz für die Lagerfeuer-Romantik

- In gewisser Weise sollte der Holzkocher auch nett anzusehen sein. Insbesondere dann, wenn man seinen „Gute-Nacht-Tee“ gekocht hat und anschließend, mit der heißen Teetasse in der Hand, an dem angenehm kühlen Abend vor dem Kocher/Lagerfeuer sitzt und bei den erlöschenden Flammen und der schwindenden Glut den Sonnenuntergang und den langsam erstrahlenden Sternenhimmel genießt, den vergangenen Tag Revue passieren, seinen Träumen und Gedanken freien Lauf lässt und über sein nächstes Tun nachsinnt.

 

Wenn sich engagierte Bastler der Optimierung eines Kochers verschrieben haben, zolle ich ihnen meinen absoluten Respekt, selbst wenn ich vom Ergebnis nicht ganz so überzeugt bin! Oft kann man aber aus den vorgestellten Entwicklungen für sich selbst einige der Ideen nutzen und seinen eigenen Wünschen anpassen. Als Pragmatiker bevorzuge ich allerdings nur die Anregungen, die in meinem Interesse liegen und die ich für gut und als Vorteil befinde.

 

In den nächsten Beiträgen werde ich einige meiner Holz-Koch-Utensilien vorstellen, die ich neuerdings gebastelt habe und auch draußen verwende. Dabei möchte ich nicht meine Konstruktionen favorisieren und als Allheilmittel „verkaufen“, sondern ich möchte einfach aufzeigen, mit welchem Equipment ich zur Zeit experimentiere. Vielleicht kann aus meinen Informationen der eine oder andere für seinen Bedarf etwas herauspicken. Eine erneute Grundsatzdiskussion der sechs W-Fragen (wer, wie, was, wann, wo, warum) über Holzkocher möchte ich dabei aber vermeiden.

Ein Forumsmitglied der Outdoorseiten bekundete, dass er grundsätzlich einen Benzinkocher bevorzugt und das schon seit 20 Jahren.

 

Ihm widmete ich folgende Zeilen:

 

... was die Leistungsfähigkeit betrifft, dürfte ein Benzinkocher wohl kaum zu überbieten sein. Das ist natürlich ein beeindruckender Vorteil und sicherlich ein Hauptgrund, sich für einen Benzinkocher zu entscheiden … wenn man für 4 Personen kochen muss! Da klingt sein Fauchen wie Musik in den Ohren und mit Engstirnigkeit kann man Deine Entscheidung keineswegs bezeichnen, mehr mit Weitblick.

 

Mein Benzinkocher ist die Urversion von einem MSR-Whisperlight und bereits an die 25 Jahre alt. Kocher und Pumpe wiegen 305 g und die MSR-Brennstoffflasche mit 660 ml Inhalt noch einmal 150 g, mit Benzin gefüllt rund 600 g, insgesamt schleppe ich dann ein Gewicht mit guten 900 g mit mir herum. Als „ultralight“ kann man das ja nicht mehr bezeichnen, im Gegensatz zu meinem für mich angepassten Holzkocher mit schlichten 80 g. MSR empfiehlt ausschließlich „White Gas“ zu verwenden, also nur teures Reinigungsbenzin, das obendrein auch nicht überall erhältlich ist. Beim Einsatz von Autokraftstoffen, der eigentliche Grund, warum ich mir damals einen Benzinkocher zugelegt habe (um weitgehendst unabhängig zu sein - Benzin bekommt man fast überall), rußt der Kocher beim Anheizen und am Schluss, beim Leerbrennen der Leitung, sehr stark. Davon ist aber im Verkaufsprospekt nichts gestanden. Von der Leistung her, hat er aber alle übrigen Kocher weit in den Schatten gestellt.

 

Wegen des Gewichts und der schwierigeren Brennstoffversorgung mit Waschbenzin und weil der Kocher für einen rucksackreisenden Single wohl zu überdimensioniert ist, bin ich wieder vom Benzinkocher abgekommen. Im Kajak und auf dem Bike stellt der Transport eines Benzinkochers allerdings kein großes Problem dar. In den heißen sommerlichen Regionen am Mittelmeer verzichte ich sehr oft auf ein warmes Essen, wenn ich alleine bin und benutze einen Kocher überwiegend nur zum Kaffee- und Teekochen. Da genügt aber ein kleineres Exemplar vollkommen.

 

Meistens verwende ich dabei meinen robusten Feldflaschen-Kocher (all-inclusive), den ich mit Holz und Spiritus, wenn es sein muss, auch mit Paraffin oder Esbit, betreiben kann. Er ist universeller einzusetzen, allerdings auch nicht als ultraleicht zu bezeichnen. Auf Tagestouren ist er, in Verbindung mit einer Gürteltasche das einzige „Versorgungsequipment“, das ich mitführe. Ich habe ihn bereits im Beitrag BK-01 - „Meine Outdoor-Küchen-Ausrüstung“ (klicke: “hier“) in den Bildern 2 bis 7 vorgestellt und besprochen. Weitere Informationen über meinen Feldflaschenkocher findet man im selben Beitrag weiter unten.

 

Natürlich tritt bei mir die Entwicklung nicht auf der Stelle. Immer wieder führe ich Verbesserungen bei meinen Selbstbau-Kochern durch (z.B.:Versteifung meines Dosenkochereinsatzes für Spiritus beim Feldflaschenkocher, damit der obere dünne Rand vom Dosenkocher sich beim Transport in der Gürteltasche nicht verbiegt, siehe dazu im oben erwähnten Betrag nochmals weiter unten, oder passe mich den örtlichen Gegebenheiten an (z.B.: Umstellung auf Holzkocher oder, wenn ich mit dem Camper unterwegs bin, bei Tagesausflügen auf Spiritus, weil ich im Camper ausschließlich mit Spiritus koche und auf meinen Reisen genügend Brennstoff dabei habe, auch für meine Tagesausflüge mit dem Feldflaschenkocher von meinem „Motorhome“aus).

 

Ich verschließe mich nicht neuen Trends, betrachte sie aber kritisch, ob sie einen echten Fortschritt darstellen und versuche aus ihnen für mich das Positive herauszufiltern.

- Positivbeispiele: Holzgaskocher, steck-, klappbare, ultraleichte Hobokocher (Wegen der Tendenz, dass infolge der Gewichtsreduzierung,von den Herstellern immer mehr seitlich eingestanzte Öffnungen angebracht werden, müssten diese Hobos, wie z.B. Firebox, Picogrill, Bushbox, Lindner-Kocher, eigentlich in Feuerkörbe umbenannt werden, weil mit jedem seitlichen Loch der Kamineffekt abnimmt ... sagen die Hobonauten.), des Weiteren: Zeltkonstruktionen, Seekajakformen, alternative aber traditionelle, „plastiklose“ Outdoorbekleidung, Liegemattenarten, Schlafsackdesign usw.

- Negativbeispiele: Das „Tarptent“ ist weiter nichts als die Urform des früheren simplen Einwandzelts (auch Hauszelt oder Hundehütte genannt) aus Baumwolle mit festem, losem oder sogar ohne Boden, nur etwas leichter und viel teurer aber mit dem gravierenden Nachteil, dass man darunter nicht kochen sollte, auch nicht in der Apsis. Derjenige, der schon einmal so ein Kunststoffzelt abgefackelt hat und mit seiner modischen Funktionskleidung doch noch unversehrt durch den brennenden, tropfenden, klebrigen Plastik herausgekommen ist, wird sich vermutlich genau überlegen, noch einmal unter der Apsis einen Kocher anzuzünden. Ich kenne einen solchen gravierenden Fall mit schweren Gesichtsverbrennungen aus einem Unfallbericht während meiner beruflichen Tätigkeit und habe daraus meine Konsequenzen gezogen: kein offenes Feuer unterm Kunststoffzeltdach! Ein nach Werbeaussagen angeblich atmungsaktiver Trockenanzug wird nach einer längeren, herbstlichen Tagestour durch die Wind und Wellen gepeitschten Schären oder bei einer Inselumrundung im hohen Norden innen wohl kaum trocken geblieben sein, auch nicht mit allen Tricks der darunter getragenen Wäsche, höchstens wenn man nicht 50 km pro Tag zurücklegt, sondern maximal nur 10 km innerhalb von 10 Stunden ... (Die Smileys: „Lächeln“ und „Zwinkern“ gelten für den gesamten Absatz.)

 

Aber ich lasse mich von den wahren, erfahrenen Qutoor-Spezialisten und Seekajakern gerne eines Bessren belehren, wenn die Argumente den Tatsachen entsprechen und nachprüfbar sind. Meine etwas polemischen Seitenhiebe zielen mehr auf diejenigen rein theoretischen „Survivalexperten“, die ihre Erfahrungen beim Durchstreifen der Ausrüstungskataloge, auf ihren Ausflügen in den Internet-Foren, bei ihren Wanderungen durch die Video-Kanäle und bei ihren Exkursionen in militärische Fachbücher, Survivalzeitschriften und Outdoormagazinen gesammelt haben und nicht wirklich draußen in der freien Natur oder in der Hobbywerkstatt. Ich bin aber überzeugt, dass diese Spezies von „Fachleuten“ sich bei den Outdoorseiten nur in Ausnahmefällen artikulieren.

 

 

 

 

 

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