BK-02 - Lagerfeuer-Brennstelle, ein "Hobo" für ein Mini-Lagerfeuer

 

 verfasst 2012 - geändert am 07.02.2012

 

Wie in meinem Beitrag BK-01 - Meine Outdoor-Küchen-Ausrüstung angekündigt habe ich mir eine „Lagerfeuer-Brennstelle“ zusammengebastelt, die ich jetzt vorstellen möchte. Wenn man einen Besteckbehälter vom schwedischen Möbelhändler bereits sein Eigen nennen kann, ist es problemlos, so ein kleines Wärmefeuer zu verwirklichen.

 

Der Grundgedanke für diesen „Hobo“ war, ein Mini-Lagerfeuer zum Wärmen, eventuell zum Kochen und auch für die Romantik am Abend entfachen zu können, ohne die Umwelt groß zu belasten, ohne die Natur durch ein offenes Feuer zu zerstören und ohne Gefahr zu laufen, gleich den ganzen Wald abzufackeln. Die Brandstellen der Lagerfeuer an den Angler-, Rast- und Übernachtungs-Plätzen der Leute, die angeblich das „freie“ Leben so sehr lieben, zeugen nicht gerade von hohem Umweltbewusstsein, Rücksichtnahme auf nachfolgende Besucher oder vom schonenden Umgang mit der Natur.

 

Realisiert habe ich die „Hobo-Brennstelle“ aus einem großen Besteckbehälter. Damit der Boden geschont wird, steht der Behälter auf drei Beinen. Diese wurden aus einem rostträgen Spezialdraht mit Federstahleigenschaften gebogen und in den Behälter eingehängt, besser eigentlich: eingeklemmt. Der Volksmund nennt diese Art von Draht auch „Fahrradspeiche“. Die Füße lassen sich zum Transport abnehmen.

 

Damit sich in dem Hobo auch eine Glut bilden kann, und nicht gleich alles verbrennt, habe ich die unteren Löcher einfach mit einem rund zugeschnittenen, lose aufgelegten Blech aus einer Konservendose abgedeckt. Dieses Blech verhindert auch, dass Glut auf den Boden fällt (Aschenkasten) und somit ein Schwelbrand vermieden wird.

 

 

Bild 1: Der noch neue Mini-Hobo vor dem ersten Anheizen, bereits bestückt mit Anzündhilfe und dem ersten Satz mit Anbrennholz.

 

 

Bild 2: Das „Lagerfeuer in der Aufheiz-Phase ...

 

 

Bild 3: ... und in voller Aktion. Das Feuer füttere ich mit trockenen Zweigen und mit ebenfalls trockenen Tannen-, Fichten-, Kiefern- oder Lärchen-Zapfen.

 

 

Bild 4: Die Glut gibt eine anheimelnde Wärme ab. Man kann es erkennen, weil der Schnee, trotz 9 Grad minus, bereits weggetaut ist. Allerdings ist dieses Hobo-Lagerfeuer für den Winter in Skandinavien zum Wärmen wohl nicht geeignet - aber in meinem bevorzugten Mittelmeerraum reicht es in den beiden Übergangszeiten, Frühjahr und Herbst, bestimmt aus. Ich habe absichtlich einen Dachziegel untergelegt, um zu zeigen, dass keine Glut oder Asche aus dem Behälter fällt.

 

Zum Anheizen platziere ich in die Mitte auf den Boden des Hobo-Ofens die Anzündhilfe. Darüber stelle ich pyramidenförmig trockene kleine Zweige auf. Holzhacken ist bei dieser Größe eines Feuers nicht nötig. Die trockenen Zweige lassen sich leicht mit der Hand brechen. Ein Vorteil, weil dann das Messer kleiner aus- und ein Beil ganz entfallen kann. Survival-Spezialisten nehmen dafür natürlich traditionsbewusst Zunder und einen Feuerstahl mit. Nebenbei bemerkt: Es ist zwar nicht survival-like und auch mit Vorsicht zu genießen, aber ein Schuss Spiritus vor dem Anzünden über den mit Holz beschickten Hobo-Ofen wirkt wie ein Wunder, sofern man genügend Alkohol dabei hat.

 

Ich hoffe, die hartgesottenen „Survialisten“ verzeihen mir, wenn ich statt dem Zunder, Papier und anstelle des Feuerstahls, ordinäre Zündhölzer verwende. Wenn ich schon Zunder und Feuerstahl auf meinen Touren mitnehmen muss, das hat meines Erachtens überhaupt nichts mit Survival zu tun, warum dann nicht gleich Küchenpapier und Zündhölzer. Das ist alles viel leichter und auch vielseitiger zu verwenden. Ich habe noch niemanden gesehen, der mit seinem Zunder einen verschmutzten Topf ausgewischt oder mit dem Feuerstahl sich eine Zigarette direkt angezündet hat.

 

Bei uns im Internat waren bei den „U 16“ Zündhölzer und Feuerzeug verboten, um dem Rauchen rigoros Einhalt zu gebieten. Naja, wir hatten uns dann mit einem Brennglas (eine zweckentfremdete kleine Taschenlupe) beholfen, das mit ein wenig Übung perfekt funktionierte, sofern die Sonne geschienen hatte.

 

Übrigens habe ich in meiner Ausweistasche, die gleichzeitig als „Survival-Tool“ fungiert, ebenfalls eine Taschenlupe eingepackt. Siehe dazu meine Posts, in denen ich meine Ausrüstung vorgestellt habe.

 

 

 

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