BR-12 - Einfacher Outdoor-Wildgemüse-Risotto

 

verfasst 2015 - geändert am 13.06.2015

 

Nach meinem vorausgegangene Beitrag BR-11 - „Einfach gebratener Wildgemüse-Reis“, klicke: “hier“, über das Sammeln und Herrichten des Wildgemüse-Triumvirats und Vorstellung des oben genannten Rezepts, geht es dieses Mal rein outdoormäßig zu.

 

In diesem Artikel erkläre ich mit dem Rezept: „Einfacher Outdoor-Wildgemüse-Risotto“, wie man unterwegs ein Wildgemüse-Reis-Gericht auf simple, schnelle Weise zubereiten kann, indem ich frisch gesammelte Kräuter und rohen Reis verarbeite. Nebenbei leiste ich mir mit der selben Spiritusfüllung noch einen Cowboykaffee. Zum Schluss gehe ich auf die „feldmäßige“ Reinigung der Pfanne ein.

 

Einfacher Outdoor-Wildgemüse-Risotto

 

Ebenso wie die zuvor beschriebene Reispfanne muss man den einfachen Outdoor-Wildgemüse-Risotto ebenfalls als ein Grundrezept ansehen, das beliebig erweitert werden kann. Die Zubereitung eines Risottos hat im Outdoorbereich den großen Vorteil, dass man auch ungekochten Reis (halt- und transportierbar!) und frisch gepflückte Kräuter verwenden kann. Auch Bauchspeck, wenn er geräuchert ist, hält einige Zeit ohne Kühlung, Zwiebeln und abgefülltes Speiseöl sowieso. Wenn ich mich draußen aufhalte und „outdoor“ meinen Risotto koche, verwende ich absolut saubere Wildkräuter, weil ich unterwegs kaum Gelegenheit habe, das Sammelgut gründlich zu waschen.

 

Zutaten für zwei Portionen oder für einen sehr hungrigen Wanderer

 

- 75 g roher Reis, 269 kcal

- 150 g erntefrisches Wildgemüse-Triumvirat, 70 kcal

- 90 g Zwiebel, 36 kcal

- 75 g Bauchspeck, 240 kcal

- 60 ml Pflanzenöl (Rapsöl), 497 kcal

- 300 ml Wasser

- 1 Brühwürfel (10 g, 20 kcal)

- eventuell Gewürze, je nach Belieben

 

Energiemenge: 1132 kcal bei einem Gewicht des rohen Kochguts von rund 760 g

 

Zubereitung

 

1 - Zwiebel und Bauchspeck klein würfeln, das Wildgemüse durchsehen, gegebenenfalls säubern oder aussortieren, dann kleinschneiden.

 

2 - Pflanzenöl, Zwiebel, Reis und Bauchspeck, in eine Pfanne geben, gut durchmischen und unter ständigem Umrühren andünsten (ca. 7 Minuten).

 

3 - Danach das frische, gut verlesene und kleingeschnittene Wildgemüse stufenweise zugeben und weiterdünsten lassen. Dabei ständig rühren und am Pfannenboden kratzen, damit nichts anbrennt (ca. 6 Minuten).

 

4 - Nun das Wasser und den Brühwürfel hinzufügen und alles aufkochen lassen, bis sich der Extrakt aufgelöst hat (ca. 7 Minuten). Anschließend die Pfanne zum Quellen beiseitestellen.

 

5 - In der Zwischenzeit 500 ml Wasser für den Cowboykaffee zum Kochen bringen (ca. 7 Minuten). Nach dem Aufgießen und Umrühren kann der Kaffee im Haferl ausreichend ziehen und sich am Boden absetzen.

 

6 - Danach den Risotto weitergaren lassen (ca. 10 Minuten). Nachdem der Kocher ausgegangen ist, kann das Gericht noch nach Belieben abgeschmeckt und dann serviert werden. Vorsicht beim Würzen, erst vorkosten! Das Wasser bewirkt zugleich, dass sich das Angebrannte leichter von der Pfanne löst. Beim Risotto reicht meist eine einfache „Feld-Reinigung“ für unterwegs aus (siehe unten).

 

Ich habe mir beim Risotto grundsätzlich angewöhnt, nach dem ersten Aufkochen des zugefügten Wassers das Kochgut beiseite zu stellen, um es quellen zu lassen (evtl. mit Deckel zudecken, wenn vorhanden). Währenddessen erhitze ich auf dem Kocher das Kaffeewasser. Mit dieser Methode bekomme ich mit Sicherheit mein Kaffeewasser heiß, während gleichzeitig der Reis garen kann. Das Weiterschmoren des Risottos dauert dann eben noch so lange, bis der Brenner ausgeht. Somit habe ich meinen Brennstoff maximal ausgenützt.

 

 

Bild 01: Die Zutaten, von links nach rechts - in der Schale: roher Reis, gewürfelter Bauchspeck, klein geschnittene Zwiebel, Kaffeetasse mit Kaffeepulver für den Cowboykaffee, Kaffeewasser in meinem Wassertopf, in der Pfanne das Rapsöl, in der Schüssel das erntefrische, gut verlesene und kleingeschnittene Wildgemüse (Triumvirat), Kochwasser, auf der Kochunterlage: kleiner Löffel, Brühwürfel, auslaufsicherer Spirituskocher mit Topfständer, Zündhölzer, Holzwender.

 

 

Bild 02: Bauchspeck, Zwiebeln und der rohe Reis werden in der Pfanne mit dem Rapsöl vermengt und ...

 

 

Bild 03: ... angebraten bis die Zwiebeln hellgelb geworden sind. Dabei löst sich das Fett aus dem Speck.

 

 

Bild 04: Das Wildgemüse wird in mehreren Schritten zugegeben, untergehoben und angebraten. Es fällt sehr schnell in sich zusammen, sodass die scheinbar große Menge an frischen, geschnittenen Blättern vollständig in der Pfanne Platz findet. 150 g frische Kräuter sind jeweils eine sehr gute Handvoll Brennnessel, Giersch und Löwenzahn von etwa 50 g.

 

 

Bild 05: Hinzufügen des Wassers und des Brühwürfels. Vorsicht: Wasser langsam zugießen bis sich das Angebratene etwas abgekühlt hat, sonst spritzt das heiße Fett und Öl. Dann alles zum Kochen bringen.

 

 

Bild 06: Nachdem sich der Brühwürfel aufgelöst hat und das Kochgut brodelt, die Pfanne zur Seite stellen, damit das Ganze garen und quellen kann. Gleichzeitig setze ich das Kaffeewasser auf und bringe es zum Sieden.

 

 

Bild 07: Das Kaffeewasser beginnt zu sprudeln und kann in die Tasse gefüllt werden. Zugleich stelle ich wieder die Pfanne zum Fertigkochen auf die Flamme. Der Kaffee wird gut umgerührt und das Haferl zum Ziehen und Absetzen des Pulvers zur Seite geschoben.

 

 

Bild 08: Nun kann der Wildgemüse-Risotto weiterkochen bis die Flamme ausgeht. Natürlich darf man nachwürzen und auch noch geriebenen Hart-Käse darüberstreuen, damit es ein echter Risotto wird. Ich persönlich begnüge mich mit der einfachen Art, weil das Gericht für mein Empfinden pikant genug ist.

 

 

Bild 09: Der fertige Risotto, so wie ich ihn mir vorstelle, ohne irgend ein Gewürz. Bei frisch gepflückten Kräutern ist eine größere Menge an Reis (75 g oder etwas mehr - einfach ausprobieren) unbedingt erforderlich, weil die Bitterstoffe, die sich beim Blanchieren bereits lösen, in diesem Fall noch vorhanden sind. Man kann die Schärfe auch durch leichtes Würzen, z.B. mit Muskat, Kümmel zusätzlich ein wenig abmildern. Ich persönlich habe mich an den besonderen, leicht bitteren Geschmack der Wildkräuter bereits gewöhnt und sogar lieben gelernt.

 

 

Bild 10: Hier die Großaufnahme des Risottos. Kleiner Tipp: Mein Kocher fasst auslaufsicher 80 ml Spiritus, maximal 90 ml. Dann ist er aber in den ersten Minuten nicht mehr auslaufsicher. Gänzlich vollgefüllt brennt er rund 40 Minuten. Somit könnte ich die Garzeit verlängern. Das wäre sinnvoll, wenn man keinen windgeschützten Platz zum Kochen finden kann, was einem wahren Outdoor-Freak sicherlich sehr schwerfällt. (Smiley: „Lächeln“) Meistens reichen aber die 37 Minuten mit 80 ml Spiritus aus, das Gericht zu garen.

 

Reinigung der Bratpfanne aus Eisen

 

Wenn ich die Zubereitung richtig durchgeführt habe, dann ist auch das Säubern der Pfanne ein Kinderspiel, weil sich beim Kochen nichts angelegt hat. In der Regel genügt das Ausreiben der Pfanne mit einem Küchentuch aus Zellstoff, das das restliche, sich in der Pfanne befindliche Öl aufnimmt. Es bleibt dann noch so viel Fett übrig, das das Blech mit der sich bereits gebildeten Patina zusätzlich vor Rost schützt. Vor dem nächsten Benutzen wische ich die Pfanne noch einmal mit einem Küchentuch aus, um die alten Rückstände zu entfernen. Hartnäckige Verschmutzung (verbrannte Speisen) rücke ich zu Haus mit ein wenig Salz zu Leibe, unterwegs verwende ich etwas Sand (Ein Seekajkaker findet den überall.), der den selben Zweck erfüllt. In diesen extremen Fällen ist es ratsam, die gereinigte Fläche der Pfanne hinterher dünn mit Speiseöl als Rostschutz einzureiben.

 

 

Bild 11 So sieht die Innenseite nach der „Feldreinigung“ aus - nur mit einem Küchentuch ausgewischt. Man benötigt meiner Meinung nach keine moderne Antihaftbeschichtung, wenn man die erforderliche Erfahrung mit dem Kochen in der freien Natur gesammelt hat. Unsere Ahnen haben dieses neumodische Equipment auch nicht genießen können ... und es hat trotzdem alles problemlos funktioniert!

 

 

Bild 12: Nachdem ich die Innenseite gesäubert habe, verwende ich den fettigen Zellstoff und entferne damit auch noch den Ruß vom Pfannenboden. Dadurch entsteht die schwarze, glänzende Schutzschicht, die für Eisengeschirr verantwortlich zeichnet, das über offenem Feuer verwendet wird.

 

Damit die andere Ausrüstung beim Transport nicht verschmutzt wird, stecke ich die Pfanne, den Kocher und den Topfständer jeweils in Plastiktüten ... solange man sie noch beim Einkaufen bekommt. (Smiley: „Lächeln“) 

 

 

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