BR-07 - Pfannenbrot, mit Hefe und Backpulver als Treibmittel 

 

verfasst 2014 - geändert am 13.07.2014

 

Bei den Outdoorseiten hatte ein Leser gefragt, ob man mit meinem Feuertopf (Gugelhupfform) auf dem Hoboofen oder Feuerkorb auch Brot und Kuchen backen kann. Ihm gab ich nachstehende Auskunft und gleichzeitig veröffentlichte ich eine kleine Abhandlung, wie, wo und wann ich bei meinen Aktivitäten im Outdoorbereich Brot backe:

 

..., ich glaube, Deine Frage nach der Einsetzbarkeit meines Feuertopfs (Gugelhupfform) zum Brot- und Kuchenbacken draußen in der freien Natur hast Du schon selbst beantwortet. Du schreibst wörtlich:

„... Beim Backen ist eigentlich die gleichmäßige Hitzeverteilung auf alle Seiten des Backgutes ausschlaggebend. Bei einem Dutchoven sorgt imho das Gusseisen für eine gleichmäßige Verteilung der Wärme, so dass Holzkohle am Boden und auf dem Deckel ausreicht. Bei dem relativ dünnen Stahlblech der Gugelhupfform, könnte ich mir vorstellen, dass der Teig dann an den Außenseiten verbrannt ist und innen noch roh ...“

 

Das sehe ich ebenso! Eine gleichmäßige Hitzeverteilung ist mit einer leichten, dünnwandigen „Brotbackform“ auf einem Hobo-Ofen oder Feuerkorb, also mit der Hitze nur von unten, nicht gewährleistet. Und ein „Dutchoven“ schließt sich durch sein enormes Gewicht auf Solo-Reisen von selbst aus - es sei denn, das Transportmittel, zum Beispiel: Boot, Wohnmobil, Pilgerwagen, Fahrrad- und Motorradanhänger ist dazu entsprechend geeignet.

 

Zum Brotbacken verwende ich in der Regel meine kleine Stahlpfanne (22 cm Durchmesser) mit breits entsprechend eingebrannter Patina oder meine Edelstahlschüssel (14 cm Durchmesser am Boden). In der Stahlpfanne kann ich ein Brot, noch besser ist da ein Fladen, aus insgesamt ca. 200 g Weizenmehl backen, während ich in der Schüssel es auf 2 bis 3 Brote/Fladen aufteilen muss. Außerdem brennen die Fladen in der Schüssel wegen des extrem dünnen Blechs sehr stark an, sodass sich die Reinigung sehr aufwändig darstellt, will man eine saubere Edelstahlschüssel ohne Patina sein Eigen nennen.

 

Nach Möglichkeit benutze ich persönlich zum Brotbacken die Pfanne, wenn ich sie auf Reisen überhaupt mitgenommen habe und nur in Ausnahmefällen die Schüssel. Wegen der einseitigen Hitzeverteilung und der nicht regulierbaren Flamme meines einfachen, auslaufsicheren Spirituskochers ist es unbedingt erforderlich, das „Pfannenbrot“ ständig zu wenden, damit es nicht verbrennt (siehe auch 4. Absatz, unten unter „Hinweise“). Das gelingt in einer flachen Pfanne wesentlich leichter als in einem hohen Topf oder in meiner Kochschüssel und in der Gugelhupfform funktioniert das Wenden schon gar nicht.

 

Meine Pfannenbrote (Grundrezepte mit Hefe und Backpulver)

 

 

Bild 01: Pfannenbrot (mein Frühstücksbrot) aufgeschnitten - angerührt mit Hefe und über Nacht quellen („aufgehen“) lassen, Backzeit: etwa 10 bis 15 Minuten

 

 

Bild 02: Pfannenbrot auf dem Feuerkorb, hier der Teig mit Backpulver als Treibmittel - die schnelle Backvariante.

 

Und so wird’s gemacht:

 

Pfannenbrot mit Hefe

- das ideale „Frühstücksbrot“ (Den Teig kann man über Nacht gehenlassen.)

 

Zutaten für einen Brotfladen

- 150 g Weizenmehl, 507 kcal

- 0,1 l Wasser

- 1 gehäufter Teelöffel (10 g) Zucker, 41 kcal

- 1 gestrichener Teelöffel (5 g) Salz

- 1 gehäufter Teelöffel Trockenhefe (ca. 1/3 Tüte einer 7-Gramm-Packung)

- 30 ml Speiseöl (15 ml zum Kneten, 15 ml zum Backen in der Pfanne), 249 kcal

- Gewürze nach Belieben

- ca. 50 g Mehl zum Kneten und zum Teigbinden, 169 kcal

Energiemenge: 966 kcal bei einem Gewicht des Brotteigs von rund 350 g.

 

Zubereitung

 

1 - Alle Zutaten, außer dem Wasser, in der Pfanne/Schüssel gut durchmischen.

 

2 - Wasser zugeben und das Ganze gut verrühren. Dann durchkneten bis eine glatte Teigkugel entsteht, die nicht mehr an den Fingern klebt. Eventuell ist es erforderlich, etwas Mehl hinzufügen, bis das Wasser ganz aufgesaugt ist.

 

3 - In den Teig knete ich noch etwa 15 ml Speiseöl hinein, um ihn geschmeidiger und energiereicher zu gestalten. Mehl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Für kalorienbewusste Outdoorler kann diese zusätzliche Prozedur mit dem Öl aber entfallen.

 

4 - Den Teig zu einem Fladen formen. Die Hälfte des restlichen Öls in die Pfanne geben und den Teigfladen in der Pfanne über den ganzen Boden verteilen. Zugedeckt (Deckel, Geschirrtuch) kann der Teig jetzt über Nacht gehen. - An einem warmen Ort benötigt der Teig (ohne dem zusätzlichen Öl) etwa 1 bis 2 Stunden zum Gehen, muss aber dann weiterverarbeitet werden (siehe oben, Punkt 3).

 

5 - Den Hobo/Feuerkorb oder den Spirituskocher anheizen und das am Morgen aufgegangene Brot in der Pfanne goldbraun backen. Das geht sehr schnell, bis der Teig so steif geworden ist, damit man den Fladen ohne Beschädigung umdrehen kann. Mit meinem auslaufsicheren Spiritusbrenner dauert das 3 bis 5 Minuten. Unbedingt darauf achten, dass der Teig nicht am Boden festklebt und anbrennt! Mit dem Holzschaber rechtzeitig versuchen, den Teig vom Boden zu lösen. Beim ersten Umdrehen das restliche Öl in der Pfanne verteilen. Dann das Brot von der anderen Seite backen. Damit das Brot nicht verbrennt oder sich am Boden der Pfanne/Schüssel anlegt, öfter umdrehen, bis es die gewünschte Farbe und Kruste erhalten hat (ca. 5 bis 10 Minuten). Das Brot sollte außen kross und innen weich sein. Am besten genießt man das Brot noch im warmen Zustand. - Guten Appetit!

 

Pfannenbrot mit Backpulver

- wenn es schnell gehen muss

 

Zutaten für einen Brotfladen

- 150 g Weizenmehl, 507 kcal

- 0,1 l Wasser

- 1 gehäufter Teelöffel (10 g) Zucker, 41 kcal

- 1 gestrichener Teelöffel (5 g) Salz

- 1 gehäufter Teelöffel Backpulver (ca. 1/3 Tüte einer 7-Gramm-Packung)

- 30 ml Speiseöl (15 ml zum Kneten, 15 ml zum Backen in der Pfanne), 249 kcal

- Gewürze nach Belieben

- ca. 50 g Mehl zum Kneten und zum Teigbinden, 169 kcal

Energiemenge: 966 kcal bei einem Gewicht des Brotteigs von rund 350 g.

 

Zubereitung

 

1 - Alle Zutaten, außer dem Wasser, in der Pfanne/Schüssel gut durchmischen.

 

2 - Wasser zugeben und das Ganze gut verrühren. Dann durchkneten bis eine glatte Teigkugel entsteht, die nicht mehr an den Fingern klebt. Eventuell ist es erforderlich, etwas Mehl hinzufügen, bis das Wasser ganz aufgesaug tist.

 

3 - In den Teig knete ich noch etwa 15 ml Speiseöl hinein, um ihn geschmeidiger und energiereicher zu gestalten. Mehl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Für kalorienbewusste Outdoorler kann diese zusätzliche Prozedur mit dem Öl aber entfallen.

 

4 - Den Teig zu einem Fladen in der Größe des Pfannenbodens formen. Die Hälfte des restlichen Öls in die Pfanne geben und den Teigfladen in die Pfanne legen, eventuell noch etwas bis zum Pfannenrand ziehen.

 

5 - Den Hobo/Feuerkorb oder den Spirituskocher anheizen und das Brot in der Pfanne goldbraun backen. Das geht sehr schnell, bis der Teig so steif geworden ist, damit man den Fladen ohne Beschädigung umdrehen kann. Mit meinem auslaufsicheren Spiritusbrenner dauert das 3 bis 5 Minuten. Unbedingt darauf achten, dass der Teig nicht am Boden festklebt und anbrennt! Mit dem Holzschaber rechtzeitig versuchen, den Teig vom Boden zu lösen. Beim ersten Umdrehen das restliche Öl in der Pfanne verteilen. Dann das Brot von der anderen Seite backen. Damit das Brot nicht verbrennt oder sich am Boden der Pfanne/Schüssel anlegt, öfter umdrehen, bis es die gewünschte Farbe und Kruste erhalten hat (ca. 5 bis 10 Minuten). Das Brot sollte außen kross und innen weich sein. Am besten genießt man das Brot noch im warmen Zustand. - Guten Appetit!

 

Der Unterschied zwischen Hefe und Backpulver

 

Hefe ist ein Pilz, Backpulver eine Mischung aus meist Natron (Natriumhydrogencarbonat) und einem Säuerungsmittel (beim „natürlichen“ Backpulver überwiegend Zitronen- oder Weinsäure). Man kann den Hefepilze als Lebewesen ansehen, während Backpulver rein anorganisch aufgebaut ist. In beiden Fällen werden auf unterschiedlicher Weise Kohlensäurebläschen freigesetzt, die das Lockern des Brotteiges gewährleisten: bei der Hefe während des „Aufgehens“ vor und beim Backpulver direkt während des Backens im Ofen. Beim Pfannenbrot ist natürlich die Hitzeverteilung nur vom Pfannenboden aus möglich. Deshalb wird das Pfannenbrot, zumindest beim Backpulver nicht so luftig-locker, wie in der Backröhre.

 

Das Brot mit Backpulver ist mehr krümelig wie bei einem Kuchen, leicht trocken, während Hefebrot in der Konsistenz etwas zäh aber saftiger, sich eben wie ein Brotteig auf der Zunge und am Gaumen anfühlt. Vom Geschmack her liegen beide Brotvarianten wegen ihrer identischen Zusammensetzung sehr ähnlich. - An ein echtes Sauerteigbrot (Roggen- und Weizensauer) kommen aber beide Backhilfen nicht heran. Allerdings ist der Sauerteig in der Herstellung wesentlich aufwändiger und für unser Outdoorleben deshalb weniger geeignet.

 

Mit dem Backpulver erspare ich mir das Gehenlassen des Teigs (entweder über Nacht oder an einem warmen Ort für 1 bis 2 Stunden) und kann ihn sofort nach dem Kneten in der Pfanne backen. Allerdings weist dieses Brot nicht den typischen Geschmack und die Bekömmlichkeit eines Hefebrots auf.

 

Photostrecke zu meinem Pfannenbrot

 

In der nachstehenden Bildfolge möchte ich meine Arbeitsweise beim Brotbacken mit jeweils einem Teig aus Hefe und einem aus Backpulver erklären. Ausgegangen bin ich mit den oben aufgeführten Zutaten. Sie sind in beiden Verfahren gleich, nur dass ich als Treibmittel einmal Hefe und das andere Mal Backpulver verwende.

 

Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen: Zuerst habe ich den Hefeteig angesetzt und zugedeckt an einem warmen Ort zum Aufgehen abgestellt. Während dieses Gärvorgangs habe ich dann den Brotteig mit Backpulver angerührt und in der Pfanne herausgebacken. Anschließend ist der gequollene Hefeteig fertig geknetet und ebenfalls gebacken worden. Zum Schluss habe ich mit dem restlichen Spiritus (eine auslaufsichere Füllung mit ca. 70 ml) noch fast eineinhalb Liter Wasser gekocht, für einen Cowboykaffee und zum Abspülen.

 

 

Bild 03: Die Zutaten für den Hefeteig in meiner Rührschüssel - Mehl (unten), Salz (links), Trockenhefe (oben), Zucker (rechts)

 

 

Bild 04: Das Ganze wird, entsprechend den gängigen Brotrezepten, nur zu einem lockeren, relativ feuchten Teig zusammengerührt ...

 

 

Bild 05: ... mit einem Geschirrtuch abgedeckt und an einem warmen Ort zum Aufgehen des Teigs gestellt. In Gegensatz zum „Frühstücksbrot“ wird der Teig noch nicht gänzlich durchgeknetet, sondern erst nach dem Aufgehen, das, je nach Umgebungstemperatur, 1 bis 2 Stunden dauert (weiter mit dem Hefeteig ab Bild 12).

 

 

Bild 06: In der Zwischenzeit bereite ich gleich in der Pfanne den Teig mit Backpulver vor - Mehl (rechts), Salz (unten), Backpulver (links), Zucker (oben)

 

 

Bild 07: Alle Zutaten vermische ich sorgfältig und gieße dann das Wasser hinzu.

 

 

Bild 08: Der Teig wird anschließend geknetet. Wer sich die Finger nicht schmutzig machen will, kann ohne Weiteres dazu einen Kochlöffel verwenden (siehe auch 1. Absatz, unten unter „Hinweise“).

 

 

Bild 09: In die geölte Pfanne wird der mit der Hand geformte Teigfladen eingelegt und über den ganzen Pfannenboden verteilt (auseinandergezogen).

 

 

Bild 10: Hier benutze ich zum Backen meinen auslaufsicheren Spirituskocher, gefüllt mit eine Ladung von etwa 70 ml Spiritus. Backe ich nur ein einziges Brot und brühe mir zudem noch einen Kaffee, reichen gute 40 ml Spiritus völlig aus.

 

 

Bild 11: Nach wenigen Minuten ist das erste Brot mit Backpulver fertig und auf beiden Seiten nach meinen Vorstellungen gebacken. Der Kocher wird danach einfach ausgeblasen. Damit der Spiritus nicht zu sehr verdampft, decke ich den Kocher mit einem Brettchen, Wassertopf, einer Tasse oder ähnlichen Hilfen ab.

 

 

Bild 12: Inzwischen ist der Hefeteig aufgegangen und kann nach den einschlägigen Brotrezepten weiterverarbeitet werden. Eine etwas einfachere, von mir aber bevorzugte Option, ist im 2. Absatz, unten unter „Hinweise“ beschrieben.

 

 

Bild 13: Mit dem Kochlöffel gut durchgeknetet und mit rund 15 ml Öl vermengt (siehe auch 3. Absatz, unten unter „Hinweise“). Hier im Bild muss noch ein wenig Mehl zugeben werden, damit der Teig nicht mehr an der Schüssel kleben bleibt. Mit dem Handballen oder der Faust noch einmal kräftig durchkneten, mit beiden Händen einen Fladen formen und in der Pfanne bis zum Rand verteilen. Wenn man Zeit hat, nochmals einige Minuten zugedeckt gehen lassen.

 

 

Bild 14: Das fertige Hefebrot, frisch aus der Pfanne - Nach dem Wiederanheizen des Kochers, ist der Fladen auf beiden Seiten gebacken worden. Des Öfteren umdrehen, damit nichts an- oder verbrennt.

 

 

Bild 15: Die beiden Brote, mit Backpulver (links) und mit Hefe (rechts) - im Hintergrund bringt der Spirituskocher noch zweimal 0,7 l Wasser zum Kochen: zum Abspülen ...

 

 

Bild 16: ... und für einen Kaffee, der gut zu den Broten passt. Aufgeschnitten können die Brote nach Belieben mit den entsprechenden Brotaufstrichen versehen werden. Ich persönlich genieße mein Pfannenbrot meist ohne „Zubehör“, wenn es noch warm ist. Da schmeckt es mir am besten.

 

Hinweise

 

1 - Wer sich die Finger nicht schmutzig machen will, kann anfangs auch einen Teigschaber/Holzlöffel zum Kneten verwenden. Die Küchenmaschine mit ihrem Rührhaken macht ja nichts anderes. Allerdings dauert das alles ein wenig länger. Wenn der Teig dann nicht mehr klebt, knete ich ihn zum Schuss mit der Faust oder dem Handballen kräftig durch und forme mit den Händen einen Fladen, den ich dann in der Pfanne bis zum Rand ziehe.

 

2 - Meine bevorzugte Herstellungsvariante: Wenn es möglich ist und ich genügend Zeit zur Verfügung habe, ziehe ich ein Pfannenbrot aus Hefeteig vor. Wie bereits oben beim „Frühstücksbrot“ erwähnt, rühre ich den Hefeteig an und knete ihn in einem Zug fertig, forme eine Brotfladen, lege ihn in die geölte Pfanne und ziehe ihn bis zum Rand. Zugedeckt lasse ich ihn an einem warmen Ort gehen. Nach dem Aufgehen (In der Regel verdoppelt sich das Teig-Volumen nach etwa 1 bis 2 Stunden.) wird die Pfanne mit dem gegangenen Teig direkt auf den Kocher gestellt und das Brot gebacken. Wenn ich den Teig gleich in der Pfanne zubereite, erspare ich mir nicht nur zusätzliches Geschirr, sondern auch das nochmalige Kneten, so wie es eigentlich in den Kochbüchern vorgegeben ist. Obwohl viel weniger Aufwand betrieben wird, kann sich das Ergebnis sehen lassen (Bild 01) und schmeckt außerdem vorzüglich.

 

3 - Ich verwende etwas mehr Öl (249 kcal) aus folgenden Gründen:

- der Teig wird dadurch geschmeidiger,

- Öl in der Pfanne/Schüssel verhindert weitgehend das Ankleben des Teigs und das Verbrennen,

- im Outdoorbereich ist eine zusätzliche Kalorienzufuhr meinerseits erwünscht, verbrauche ich ja auf meinen Paddeltouren während den Fahrten entsprechende Energie, die wieder zugeführt werden muss. Bei Touren ohne fremde technische Hilfe (Motor-Boot, -Bike, -Home) benötigt eben der Mensch den erforderlichen „Kraftstoff“ und nicht die Maschine.

 

4 - Kleiner Tipp: Wenn ich meinen kleinen Spiritusbrenner verwende, der sehr punktuell die Hitze auf die Pfanne überträgt, beschreibe ich in den ersten Minuten langsam einen kleinen Kreis mit der Pfanne auf dem Kocher, sodass die Flamme etwa mittig zwischen dem Zentrum der Pfanne und ihrem Rand auf den Boden trifft. Das muss nicht kontinuierlich erfolgen, sondern die Pfanne kann Stück für Stücke auf dem Kocher verschoben werden (z.B.: jeweils nach 30 Sekunden um einen 90-Grad-Winkel weiterdrehen, entspricht einen Vollkreis innerhalb von 2 Minuten). Dadurch brennt das Brot in der Mitte nicht zu sehr an und löst sich leichter mit dem Holzschaber vom Pfannenboden, weil die Aussenseite des Brotes bereits gebacken und fest worden ist. Außerdem kann ich die Pfanne über der Flamme so verschieben, dass der Fladen einigermaßen gleichmäßig bräunt. 

 

5 - Variationen des Pfannenbrots können mit Gewürzen, Kräutern, gewürfeltem Räucherspeck usw. entsprechend abgewandelt werden. Wie jedes gekaufte Brot kann es auch als Beilage zu Soßen und Eintöpfen verzehrt werden. Persönlich bevorzuge ich das Grundrezept, weil das Brot auch ohne Zutaten schmeckt, insbesondere wenn es noch warm ist. Durch die verschiedenen Beläge kann ich das Pfannenbrot vielseitig abwandeln, gestalten und einsetzen.

 

 

Bild 17: Hier noch einmal eine Brotbackaktion, genau nach den obigen vereinfachenden Hinweisen vorgegangen, mit insgesamt 200 g Mehl, den Hefeteig direkt in der Pfanne angerührt und darin sofort ausgeformt.

 

 

Bild 18: Bei 30 Grad Celsius ist der Teig im warmen Wintergarten bereits nach 1 Stunde überdimensional aufgegangen, sodass meine Pfanne ihre Grenzen erreicht hat. Vielleicht habe ich es auch mit der Menge der Trockenhefe zu gut gemeint. 

 

 

Bild 19: Beim ersten Umdrehen habe ich den Überstand des Fladens gerade noch in die kleine Pfanne hineinbekommen. Der aufgegangene Brotteig ist so locker gewesen, dass ich mit dem Holzschaber überhaupt nicht unter den Fladen gekommen bin, ohne das Brot zu deformieren. 

 

 

Bild 20: Beim zweiten Umdrehen kann man erkennen, dass sich der Rand des Brotfladens in der Pfanne zusammengestaucht hat. In diesem Fall hätten insgesamt 150 g Mehl und nur rund 75 ml Wasser völlig ausgereicht. Da werde ich noch ein wenig experimentieren müssen. 

 

Fazit

 

Wenn ich solo unterwegs bin, verzichte ich meist auf ein aufwändiges Kochen. Da reicht mir zum Wandern eine Schüssel oder beim Paddeln der Feuertopf in Verbindung mit einem Feuerkorb oder einfachem auslaufsicheren Spiritusbrenner völlig aus. Selbst begnüge ich mich „on Tour“ meist nur mit einem Eintopf, den ich aber vielseitig variieren kann (siehe Inhaltsverzeichnis: Basis-Rezepte). Der geht sehr schnell zu kochen und kann auf verschiedene Weise mit den gerade zur Verfügung stehenden regionalen Lebensmitteln angerichtet werden. Ich muss aber zugeben, dass ich Brot nur dann backe, wenn ich an einem Standort länger verweile (z.B.: Basislager, einsamer Inselurlaub, Gruppenreisen, Survivaltraining usw.).

 

Bei Tagesausflügen begleitet mich eigentlich nur mein Feldflaschen-Kocher für Kaffee, Tee oder für eine Instantsuppe. Den rüste ich gerade mit einem auslaufsicheren Spirituseinsatz aus. Ich werde demnächst davon berichten.

 

Im Survivalfall, wenn ein Feuer nicht gemacht werden kann oder darf, kann man auch das Mehl nur mit Wasser vermengen und das Ganze einfach hinunterwürgen. Das ist zwar kein Gaumenschmauß, erfüllt aber den Zweck der notwendigen Energiezufuhr. Dieser Extremfall dürfte aber bei unserem normalen Outdoorleben wohl kaum eintreten. Vor über 40 Jahren habe ich das einmal auf einer Überlebensübung, bei einem mehrtägigen Orinetierungsmarsch, praktizieren dürfen und diese Prozedur seither konsequent vermieden. (Smiley: „Lächeln“)

Zwei User der Outdoorseiten haben auf meinen Rezeptvorschlag reagiert. User 1 findet ein selbst gebackenes Brot wesentlich schöner als das dehydrierte Tütenfutter. User 2 stellt seinen Brotbackofen aus zwei ineinander gesteckten Töpfen vor und setzt einen Link auf seine Beschreibung im Forum „canoeguide.net“. Weil ich seine Idee und Entwicklung als sehr gut und äußerst originell ansehe, hier der Link: http://www.canoeguide.net/wildnis-kueche/outdoor-rezepte/brot-backen-am-lagerfeuer, klicke einfach “hier“.

 

Beiden antwortete ich folgendermaßen:

 

... danke für Eure Meinungen und Beiträge.

 

Natürlich sollte man draußen grundsätzlich selbst gekochte Nahrung vorziehen. Wie „User 1“ schreibt, kommt kein Instantfutter der Lebensmittelindustrie an die eigenen gekochten Kreationen heran. In der Fabrik wird mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen, Salz und Zucker nur so um sich geworfen, damit das „Sägemehl“ ein wenig nach etwas schmeckt und irgendwie nach Essbarem aussieht. Dafür ist es sicherlich reich an „wertvollen“ Balaststoffen!. Na ja, nur auf meinen Tagestouren und Streifzügen durch die Holledau greife ich auf Tüten, sicherheitshalber aber auf die aus dem Bioladen, zurück. (Smiley: „Zwinkern“ und „Plafondblick“)

 

Wenn man nur ein wenig Phantasie entwickelt, und ein bisschen mit dem Kopf arbeitet, kommt dabei auch bei den Speisen etwas Vernünftiges, Schmackhaftes heraus, sogar als Selbstversorger, und ich freue mich schon auf die Schwammerlsaison während der „Hopfazupf“. Ich teile die Erfahrung von „User 2“, dass so gut wie alles irgendwie besser schmeckt, wenn man draußen unterwegs ist. Die frische Luft und die zurückgelegte Wanderetappe und die am Lagerplatz erledigten Routinearbeiten zeigen unausweichlich ihre appetitanregende Wirkung auf eine herzhafte „Brotzeit“.

 

Den „Backofen“ von „User 2“ halte ich für eine besonders geniale Idee. Einfacher und gewichtsmäßig wesentlich leichter als ein Dutchstove, der natürlich auch seine großen Vorteile birgt, kann man ein Brotbackproblem nicht lösen, zumal bei einer Gruppe sich sowieso mehrere Töpfe unterschiedlicher Größe im Gebrauch befinden. Danke für den Tipp ... und für den Link zu den Outdoor-Rezepten im Forum „canoeguide.net“.

 

Jetzt muss ich einmal meinen Fundus an Campinggerümpel durchsuchen, ob nicht zwei Töpfe entsprechend ineinanderpassen, damit man so einen originellen, einfachen „Brotbackofen“ realisieren kann.

 

Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem Pfannenbrot

 

 

Bild 1: Damit der Brotteig in meine kleine Pfanne mit 22 cm Durchmesser passt, habe ich die Zutaten ein wenig verringert. Mit 150 g Weizenmehl, 1 gehäuftenTeelöffel Zucker, 1 gestrichenen Teelöffel Salz, einen knapp gestrichenen Teelöffel Trockenhefe und 75 ml lauwarmen Wasser ist eine Teigkugel ohne zusätzliches Speiseöl entstanden, die, zu einem Fladen mutiert, nach dem „Aufgehen“ in der geölten Pfanne nicht über deren Rand hinausgeragt hat (etwas über das doppelte Volumen der Teigkugel). Jetzt ist es leichter gewesen, den Fladen mit einem Holzschaber umzudrehen. Damit er einigermaßen gleichmäßig bräunt, habe ich die Pfanne auf dem Kocher immer wieder verschoben.

 

 

Bild 2: Aufgeschnitten sieht der Fladen jetzt so aus: außen knusprig, innen locker und weich. Der Teig in der Pfanne ist rund 2 Stunden im Wintergarten gegangen, bei einer Außentemperatur von etwa 21 Grad Celsius (Regenwetter), die Backzeit hat dann rund 15 Minuten gedauert.

 

 

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