BR-03 - Vom Schmarren, von Pflanzerl und Fladen

 

verfasst 2013 - geändert am 11.11.2013

 

In meinem Beitrag BR-01 - „Mein Outdoor-Grundrezept für eine deftige Mahlzeit“ habe ich Suppe und Brei auf der Basis Grieß und Haferflocken vorgestellt. Mit einem ähnlichen Grundrezept kann man auch „braten“ und somit Schmarrn, Pflanzerl/Buletten ,neuhochdeutsch auch „Burger“ genannt und Fladen zu einer Mahlzeit kreieren.

 

Das Grundrezept

 

Zutaten für 2 Portionen

 

100 g Haferflocken

100 g Hartweizengrieß (Schmarren) oder Weizenmehl (Pflanzerl/Fladen)

 1/4 l Fleischbrühe (1 Brühwürfel à 10 g auf 250 ml Wasser)

Kümmel

Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Kräuter der Provence, ...)

nach belieben: Pfeffer, Knoblauch, Curry, Paprika ...

Speiseöl zum Braten

 

Zubereitung

 

Die Haferflocken und den Hartweizengrieß oder das Weizenmehl mit den Kräutern und Gewürzen gut mischen. Wasser und Brühwürfel aufkochen und die Zutaten damit übergießen. Alles verrühren und quellen lassen. In die Edelstahlschüssel, alternativ in der Pfanne, das Speiseöl erhitzen und je nach Wunsch mit dem Teig Pflanzerl oder Fladen formen oder den Teig für einen Schmarren löffelweise in die Pfanne geben und langsam braten. Die Masse saugt das Öl auf. Aufpassen, damit nichts anbrennt! Pflanzerl und Fladen wenden, den Schmarren umrühren - fertig.

 

 

Bild 1: Das Ergebnis des reinen Grundrezepts nach dem Braten, hier in Formvon Fladen - oben das Ergebnis des Grundrezepts mit Mehl und darunter mit Grieß. Vielleicht kann man es erkennen: Der untere „Hafer-Grieß-Fladen“ hält nicht so gut zusammen als der obere „Hafer-Mehl-Fladen“. Mehl weist eine größere Bindekraft als Grieß auf (Brot, Pizzateig usw.). Ich persönlich verwende das Hafer-Grieß-Gemisch mehr für einen Schmarren und den Hafer-Mehl-Teig für Pflanzerl und Fladen.

 

Variationen

 

Je nach Versorgungsgrad, Gutdünken und den eigenen Vorlieben kann man die Zutaten auch abändern, erweitern und mengenmäßig anpassen.

 

Dazu sind geeignet: eigentlich jegliche Art von Rohkost-Gemüse, auch Bauchspeck und die diversen Wurstsorten, Eier, Kräuterquark und geriebener Käse - je nachdem, wie gehaltvoll man seine Mahlzeit gestalten will. Wichtig dabei ist nur, dass alles sehr klein geschnitten wird.

 

Anwendungsbeispiel für einen Schmarren

 

Zutaten für 2 Portionen 

 

100 g Haferflocken

  50 g Hartweizengrieß

  70 g Karotten

  70 g Zwiebel

  90 g Bauchspeck

 1/4 l Fleischbrühe (1 Brühwürfel à 10 g auf 250 ml Wasser)

Kümmel

Kräuter (Petersilie, Schnittlauch)

Pfeffer, Knoblauch, Paprika

Speiseöl zum Braten

 

Zubereitung

 

Karotten, Zwiebel und Bauchspeck in sehr kleine Würfel schneiden und die Haferflocken und den Hartweizengrieß mit den Kräutern und Gewürzen zumischen. Wasser und Brühwürfel aufkochen und die Zutaten damit übergießen. Alles verrühren und quellen lassen. In die Edelstahlschüssel das Speiseöl erhitzen und den Teig löffelweise einlegen und braten. Die Masse saugt das Öl langsam auf. Unter vorsichtigem Umrühren/Wenden braten, damit nichts anbrennt. Eventuell die großen Teile zerreißen - fertig.

 

 

Bild 2: Meine Kochutensilien: Speiseöl zum Braten, fertig angesetzte Grundmischung, 250 ml Wasser mit einem Brühwürfel in meiner Edelstahl-Kochschüssel, Unterlage mit meinem Sicherheitsspiritusbrenner, Topfständer, Topfzange und Transportklotz. Bei Verwendung von beschichteten Töpfen/Pfannen kommt man mit weniger Öl/Fett aus und das Reinigen hinterher ist auch einfacher. Allerdings verhält sich die Beschichtung bei den hohen Temperaturschwankungen, insbesondere bei Holzfeuern, nicht sehr stabil und man muss damit rechnen, dass sie sehr schnell verschleißt. Deshalb ziehe ich Edelstahl-Geschirr vor! Beim Outdoorleben halte ich auch den höheren Einsatz von Fetten und Ölen für nicht so gravierend, weil auch der Energieverbrauch in der freien Natur entsprechend steigt, im Gegensatz zum ständigen „Stubenhocker“, neuerdings auch als „Couchpotato“ bekannt.

 

 

Bild 3: Die Grundmischung, wie in der Zutatenliste oben beschrieben - Haferflocken, Hartweizengrieß, Bauchspeck, Zwiebeln, Karotten, Kümmel, Petersilie, Schnittlauch, Pfeffer, Knoblauchpulver, Paprika. Vorsicht mit den Gewürzen - sehr schnell hat man überwürzt! Salz ist nur notwendig, wenn man Wasser anstelle der Fleischbrühe verwendet.

 

 

Bild 4: Der Teig ist mit 1/4 l Fleischbrühe angerührt und kann quellen.

 

 

Bild 5: Der Schmarren ist nach dem Braten zum Servieren bereit.

 

Alternative Zubereitung

 

Als Variante zum Schmarrens kann man auch Pflanzerl/Buletten, oder Fladen braten. Hierzu muss aber anstatt des Hartweizengrießes, Weizenmehl verwendet werden, damit die Pflanzerl/Fladen nicht zum Schmarren zerfallen. Zum besseren Zusammenhalten können auch zusätzlich noch Eier, Quark oder geriebener Käse zugegeben werden. Hier sind der Phantasie wiederum keine Grenzen gesetzt.

 

 

Bild 6: Zwei Fladen nach dem oben aufgeführten Anwendungsbeispiel (mit Mehl anstelle von Grieß) und angereichert mit Eiern und Kräuterquark.

 

 

Bild 7: Ein Fladen, wie oben beschrieben, aber nicht mit Eiern und Kräuterquark, sondern mit geriebenen Käse zubereitet.

 

 

Bild 8: Der Fladen in Großaufnahmen - Unten dunkelbraun gebraten, oben goldgelb, je nachdem, wie man ihn bevorzugt.

 

 

Bild 9: Die kleine Version als Pflanzerl/Buletten/Burger.

 

Fazit

 

Mit meinen letzten größeren Beiträgen über das Kochen habe ich versucht, einige einfache Beispiele als Alternativen zu der vorherrschenden „modernen“ Outdoorküche mit der üblichen Fertignahrung (Konserven oder Trockenfutter), Nudeln mit den diversen bekannten Outdoor-Sauce, Müsliriegel usw. aufzuzeigen.

 

Persönlich bevorzuge ich wegen der einfachen Zubereitung und des leichteren Reinigens der Kochutensilien (kaum ein Anbrennen der unbeschichteten Töpfe/Pfannen/Schüsseln): Suppen, Breie und Eintöpfe, wie in den vorangegangenen Beiträgen beschrieben. In den heißen Regionen des sommerlichen Mittelmeers verzichte ich sogar meist auf eine warme Küche, von einem Kaffee, Tee oder einer schnellen Instant-Suppe einmal abgesehen. In diesen Fällen muss ich nur Wasser zum Kochen bringen. Dementsprechend klein und leicht können auch die Gerätschaften gehalten werden.

 

Über die zu verwendenden Kocher habe ich bereits ausführlich geschrieben (siehe Inhaltsverzeichnis, unter „SR-Basis - Kochen“. In den nächsten Beiträgen werde ich noch einmal speziell auf Holzkocher eingehen, die mir für Solotouren im Seekajak und mit dem Rucksack am zweckmäßigsten erscheinen.

 

 

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