BP-11 - Messerbau im Survival-Fall

 

verfasst 2014 - geändert am 20.02.2014

 

Bei meinen derzeitigen Bastel- und Essensaktionen sind mir zwei Dosendeckel übriggeblieben. - Für alle Survialspezialisten, denen ihr überaus hochwertiges Rambo-Schwert oder teures Überlebensmesser abhandengekommen ist und nun ohne ihr wichtigstes Werkzeug im Outback so verloren dastehen und nicht mehr wissen, wie sie ihre Karotten, Zwiebel und Brühwurst zum Kochen klein bekommen, hier meine Anleitung, auf die Schnelle ein Ersatzmesser für den Küchendienst anzufertigen.

 

 

Bild 1: Ausgangsmaterial sind zwei Aufreißdoesendeckel von meinen „letzten“ Mahlzeiten, noch im Urzustand. Weitere Arbeiten: Die Zipper habe ich abgenackelt und von hinten begonnen, die Bleche über eine gerade Steinkante mit einem Stein als Hammer umzuklopfen. Bei einem Umfalzen habe ich einen kleinen Holzstab mit eingewickelt, beim anderen ging es ohne den Griff wesentlich schneller.

 

 

Bild 2: Die fertigen Dosenmesser nach meinem Schnellverfahren - links mit Griff, rechts ohne. Die Form entspricht einem Ulu der Eskimos. Auf Schönheit habe ich keinen Wert gelegt. Beide Messer sind in knapp einer viertel Stunde angefertigt worden.

 

 

Bild 3: Die „Klinge“ habe ich grob auf einem Sensenstein abgezogen. In freier Natur würde ich mir einen geeigneten Fluss- oder Strandkiesel suchen. Hier kommt es nicht darauf an, „Rasiermesserschärfe“ zu erzeugen, sondern eine Schneide, mit der ich mein Küchengut zum Kochen zerteilen kann. Für diesen Zweck dauerte es etwa 10 Minuten für jedes „Messer“. Beim Schärfen hätte ich noch eine Steigerung erzielen können, aber ich habe Hunger ...

 

Bild 4: ... und so sieht das Endergebnis in der Küche aus, wenn ich mit meinem „Dosenknife“ Gemüse und Wurst für einen Eintopf schneide. Fleisch habe ich leider nicht zur Verfügung gehabt, würde es aber ebenfalls problemlos schneiden können. Nur bei einer luftgetrockneten Salami, bei der auch schon normale Küchenmesser ihre Schwierigkeiten haben, versagt mein Provisorium.

 

Mit diesem kleinen Zwischenbericht möchte ich aufzeigen, dass man auch ohne großer Ausrüstung einen Überlebensfall bestehen kann. Dazu einen Spruch, der Allgemeingültigkeit besitzt und den ich schon bereits mehrmals zitiert habe: „Was ich im Kopf habe, muss ich nicht im Rucksack mitschleppen!“

 

Bild 5: (Ironie an) So, und jetzt habe ich mir aus dem Keller die luftgetrocknete aber steinharte Salami heraufgeholt und mit meinem „rasiermesserscharfen“ Hightech-Messer aus ATS-34-Stahl, hergestellt von Al Mar in Seki, Japan, geschliffen von Las Enander, den ehemaligen Meisterschmied bei Gränsfors Bruks in Schweden, am Keramikstift abgezogen von ... mir, ein paar hauchdünne Blättchen heruntergeschnitten, um meinem Eintopf noch die gewisse Note zu verleihen. (Ironie aus)

 

 

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