BP-03 - Elektrische Stromversorgung auf Seekajakfahrten - Optionen

 

verfasst 2011 - geändert am 09.03.2011

Bisher haben ich alle meine Elektrogeräte mit AA-Batterien gespeist. Das hatte den Vorteil, dass ich nur einen einzigen Batterie-Typ mitnehmen musste. Außerdem ist es eine gängige Art und nahezu überall zu beschaffen.

Folgende Geräte verwendete ich bei meinen bisherigen Seekajaktouren:
- Handyorganizer (Notebook der ersten Generation als Tagebuch und Infothek)
- GPS-Gerät: Garmin etrex
-Schnorchelkamera (schluckte letztes Jahr Wasser und gab ihren Geist auf)
- Stirnleuchte
- Rundumleuchte mit selbstgenähtem Stirnband für Nachtfahrten in verkehrsreichen Gewässern. Ich seh'
. dann aus wie ein Indianer mit einer Leuchte an Stelle der aufgestellten Feder.
- Handy: Alcatel one touch easy (hab' noch ein Zweites als Ersatz erstanden)

Weil alle Geräte mit demselben Batterietyp versorgt werden konnten, hatte ich bisher keine Probleme mit den Batterien. Auf den Reisen habe ich immer genügend Ersatzbatterien dabeigehabt (mit dem neuesten Haltbarheitsdatum (letztes Jahr 2010 war 2017 das längste Haltbarkeitsdatum). Wenn der Handyorganizer abgeschaltet hatte, verwendete ich die Batterien noch in der Stirnlampe bis sie gänzlich ihren Geist aufgaben.

Zentrale Stromversorgung in einem Kajak

Mit der 12-V-Technologie, wie im Auto mit einer 12-V-Batterie, eröffnet sich mir die breite Palette des „elektronischen Autozubehörs“. Es gibt praktisch kein ungelöstes Problem und ich wäre auch mit dem Kajak ziemlich autark. Weil wir Paddler nicht so sehr auf das Gewicht achten müssen, bietet sich diese „12-V-Lösung“ an. Mir persönlich geht es darum, eine permanente Ladung der Batterie auf einfache, bequeme („bequem“ hat etwas mit meinem Alter zu tun!?) Art zu gewährleisten. Dazu eignet sich sehr gut eine fest angebrachte Solarzelle auf dem Kajak. Wie und in welcher Größe sie letztendlich montiert wird, bleibt der Phantasie des einzelnen vorbehalten. Das gilt auch für die Leistung und Art der Batterie.

Mit einer zentralen Stromversorgung. Ein handelsüblicher KFZ-Kleingeräteadapter, bei dem man die gängigen Ausgangsspannungen einstellen kann, könnte man alle modernen Geräte betreiben und laden, die mit verschiedenen Akkus versorgt werden. Das Aufladen der Batterie erfolgt automatisch während des Tages und die gesamte Kapazität steht am Abend zur Verfügung. Ein Solar-Laderegler schaltet die volle Batterie vom Solarpanel ab, um eine Überladung zu verhindern.

Wenn man nur elektronische Geräte betreiben will und keine leistungsstarken wie eine Bilgepumpe würde eine kleine Gelbatterie mit 12V/5Ah, mit Bilgepumpe eine Gelbatterie 12V/9Ah ausreichen.

Bei stationärer Montage eines Solarpanels auf dem Kajak (z.B. hinter dem Sitz) müsste das Panel auf einer Aluplatte befestigt werden, um die Unebenheiten des Bootsdecks ausgleichen zu können. Bei einer Größe von rund 36 x 27 cm dürften aber keine Probleme auftreten, ein Alublech auf einer Biegeschiene doppelt abzuwinkeln, damit ein verwindungssteifer Rahmen entsteht, der an den Kanten dem Bootsdeck angepasst werden kann.

Zusammenstellung der Bauteile:

 

- 10 W Solarpanel, seewasserfest --------- 357x268x2 mm ----- 0,4 kg --- 120 Euro

- Solar Laderegler -------------------------------------------------------------------- 30 Euro

- 12V/5Ah Solar Akku ------------------------- 90x70x101 mm ----- 2,0 kg ---- 16 Euro

- 12V/9,5Ah Solar Akku ---------------------- 115x 65x95 mm ----- 2,8 kg ---- 23 Euro

- Kleingeräteadaprter 12V/3A ----------------------------------------- 0,2 kg ---- 23 Euro

Summe maximal, ungefähre Werte mit Stand 03/2011 ----------- 3,4 kg --- 196 Euro

Mit einem höheren Gewicht von rund 4 kg und Kosten von guten 200 Euro muss man aber rechnen. Sicherlich gibt es auch günstigere Angebote. Ich habe aber bewusst einen Durchschnittswert gewählt.


Die Batterie könnte in der Heckspitze im hinteren Stauraum zusammen mit dem Solar-Laderegler untergebracht werden, zum Beispiel in einer Schaumstoffhülle, die dem Bootskörper angepasst worden ist. So kann die Batterie verklemmt werden, damit sie sich bei harten Bewegungen (Kenterung) nicht selbständig macht. Um sie vor Nässe zusätzlich zu schützen, wäre das Einwickel in einen Folienbeutel mit Rollverschluss eine Option. Als Sicherung dient einTextil-Klebeband. Die Kabel vom Kollektor und zum Kleingeräteadapter würden im Verschluss mit eingerollt werden. Dadurch bleibt die Dichtigkeit gewährleistet. Ganz vorsichtige Paddler legen den Verschluss auf die Seite und nicht nach oben, so dass bei einer Kenterung und einem eventuell geringen Wassereinbruch, der Rollverschluss dann nicht an exponierter Stelle (oben oder unten) im Wasser liegt.

Die Durchführung der Kabel vom Solarpanel zur Batterie würde ich unter das Panel (Aluplatte) legen und den Zwischenraum mit Bauschaum (Achtung: uv-restistenten Bauschaum verwenden) verfüllen. Weil die Aluplatte am Boot nur an den Ecken mit vier Schrauben befestigt ist und an den Seiten etwas Luft haben muss, damit das Alu nicht am Kajak scheuert, kann sich der Bauschaum auch ohne Lufteinschlüsse zwischen Aluplatte und Boot ausbreiten. Der an den Ritzen herausgequollene Schaum wird nach dem Aushärten mit einem Messer einfach abgeschnitten. Das dichtet ab und stabilisiert noch zusätzlich den Solarkollektor.

Ob sich der ganze Aufwand lohnt, ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss. Wer allerdings einen umfangreichen Gerätepark (elektrische Lenzpumpe, Leuchten, GPS, Navi, Weltempfänger, Digitalkamera, Notebook, Fischfinder, Satellitentelefon, DVD/MP3-Player, Echolot und was es sonst noch alles für einen Digital-Freak gibt) mit den verschiedensten Akku-Typen, mitführt, sollte sich für so eine feste Stromversorgungsanlage interessieren.

Alternativen zur stationären Versorgung

Hat man nur ein Gerät das nicht mit normalen Batterien versorgt werden kann, bietet sich ein tragbares Solarpanel mit Pufferbatterie, als Alternative bestens an. Das ist praktisch die tragbare Version der fest installierten Stromversorgung, wenn sie auch nicht ganz so leistungsfähig ist. Die marktüblichen Angebote gibt es in großer Zahl, aber in der Regel nur für eine Spannung ausgelegt (5,5 V mit USB-Stecker). Vereinzelt findet man auch Solar-Ladegeräte mit verschiedenen Ladespannungen. Man muss aber schon sehr lange suchen, bis man für sich das passende Solar-Ladegerät gefunden hat und seewasserresistent sind sie alle nicht.

Die tragbare12-V-Version stelle ich für diejenigen vor, die am Kajak nicht so gerne herumbasteln oder auf dem Boot keine zusätzlichen Gegenstände haben möchten. Ich muss zugeben, dass ich eigentlich auch zu denjenigen gehöre, die „auf“ dem Boot wenig transportieren wollen. Wenn ich mich ab Mittag an einem schönen Fleckchen Kies in einer Bucht von der Sonne verwöhnen lasse und während ich mich erhole noch daran denke, dass sich die Batterie in meiner Bordtasche den ganzen Nachmittag lang aufladen kann, muss ich zugeben, dass diese Art sicherlich eine überdenkenswerte Option darstellt. Die einzige Tätigkeit dazu wäre, die „Energietasche“ aus der Luke zu nehmen, das Solarpanel aufzufalten und nach der Sonne auszurichen. Ist das Ganze wasserdicht verpackt und ein Platz in der Sitzluke gefunden, kann sogar während der Fahrt das GPS- oder ein Navigations-Gerät damit betrieben werden.

Allerdings müsste dann GPS und Navi seewasserfest ausgeführt sein. Eine Frage an unsere Digital-Freaks: „Gibt es heute schon seewasserfeste Ausführungen von Orientierungsgeräten zu einem akzeptablen Preis?“ Die Frage ist keineswegs polemisch, sondern wirklich ernst gemeint! Dadurch würde sich sogar bei mir, der mehr am Althergebrachten hängt, eine neue Welt eröffnen. Das wäre aber nur eine zusätzliche Option, eine luxuriöse Spielerei sozusagen. Alleine auf ein Navi würde ich mich nie verlassen!

Dann könnte man einen Kleingeräteadapter (200 Gramm) mit den verschiedenen Ausgangsspannungen anschließen und das „Spannungsproblem“ wäre gelöst. In einem kleinen Koffer oder in einer Tragetasche ließe sich das Ganze leicht im Stauraum transportieren. Nachteil: Die Batterie läd sich nicht während der Fahrt automatisch auf. Ähnliches gibt es bereits auf dem Markt unter der Bezeichnung: „Solar-Backpacks“ und „Messenger-Bags“, meist aber nur für USB-Stecker mit 5,5 V.

Ganz anders sieht es beim Trekking aus! Hier ist grundsätzlich auf Gewicht und Volumen zu achten. In diesem Fall würde ich sogar weitgehend auf elektronische Geräte verzichten. Aber das ist meine persönliche Meinung! Wenn ich mit einem Nansenschlitten   (Pulka) oder seinem Pendant auf Rädern (an einem „Pilgerkarren“ bastle ich gerade) unterwegs wäre, würde sich wieder eine 12-V-Stromversorgung mit aufgeschnalltem oder festmontiertem (am Zuggestänge) Solarmodul anbieten.

Ich für meinen Teil werde aber weitersuchen, um eine Schnorchelkamera mit AA-Batterien zufinden, eventuell auch eine billige Digitalkamera, die noch mit diesem Batterietyp läuft.

PS: In meinem Camper verwende ich zur Zeit einen „Wechselrichter für Kleingeräte“ und habe deshalb keine Probleme, alle Sorten von Akkus in meinem elektrischen Equipment aufzuladen. Allerdings muss ich dann alle Netzteile der Geräte mitnehmen. Aber im Auto, auch wenn es noch so winzig ist, findet sich für das Gerödel immer noch irgendwo eine Plätzchen. Das Aufladen der Akkus führe ich grundsätzlich während der Fahrt durch. Damit belaste ich die Auto-Batterie am Abend nicht und der Camper springt in der Frühe auch sicher an! Aber ich werde mir für die nächste Tour überlegen, auch hier einen Kleingeräteadapter einzusetzen. 

 

 

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