HW-R-004 - Missbrauch - Aufarbeitung in der RKK - Teil 01

Aufgezeigt am Beispiel der Diözese Regensburg - Einführung 

 

verfasst 2013 - geändert am 17.02.2013

 

Liebe Leser, verehrte Christen und ein Hallo allen, die gegen den klerikalen Missbrauch kämpfen,

 

am 17.02.2013 habe ich auf der Internetplattform der Römisch Katholischen Kirche (RKK) „katholisch.de“ nachstehenden kurzen Artikel gefunden.

 

Kirche| 17.02.2013 - Freiburg

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, beklagt ein einseitig negatives Bild der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit. „Wir spüren, wie unerfreuliche Einzelheiten dauerhaft im Fokus der öffentlichen Meinung stehen“, sagte Zollitsch der „Bild am Sonntag“. Dabei werde aber „leider oft übersehen, was alles an vielem Positiven geleistet wird“.

 

Es fehle häufig an Differenzierung, kritisierte Zollitsch: „Ich glaube schon, dass der katholischen Kirche in Deutschland oft Unrecht angetan wird. Nochmals: Fehler müssen benannt werden. Aber eben nicht nur die.“

 

Auch der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Stephan Ackermann, bedauerte gegenüber „Bild am Sonntag“ das negative Image der katholischen Kirche: „Von einem Grundvertrauen in die Kirche ist es durch Vorfälle wie den Missbrauch von Jugendlichen zu einem Grundmisstrauen gekommen. Dann passt plötzlich alles Negative ins Bild.“

(KNA)

 

Meinen Vers d'rauf:

 

Die Kernaussage von Robert Zollisch dabei lautet: „Es fehle häufig an Differenzierung. Ich glaube schon, dass der katholischen Kirche in Deutschland oft Unrecht angetan wird. Nochmals: Fehler müssen benannt werden. Aber eben nicht nur die.“ - Was soll der Gläubige daraus lernen? Einen Schlussstrich unter all den Wirren der letzten Jahre ziehen und mit dem Positiven in der Kirche wieder neu beginnen? Aber der Erzbischof sagt selbst:„ Fehler müssen benannt werden.“ Solange diese Fehler aber noch offen stehen und eben nicht benannt sind, wie es uns auf eklatanter Weise in der Diözese Regensburg vorgeführt wird, wird keine Ruhe einkehren in dem deutschen Haus Christi.

 

Stephan Ackermann hat völlig recht, wenn er nachhakt: „Von einem Grundvertrauen in die Kirche ist es durch Vorfälle wie den Missbrauch von Jugendlichen zu einem Grundmisstrauen gekommen. Dann passt plötzlich alles Negative ins Bild.“ - Nur, der „Schwarzen Peter“ ist nun mal bei der RKK gelandet und die verantwortlichen Kirchenfürsten sind nicht in der Lage ihn von ihren Gesichtern abzuwischen. Dabei ist nicht einmal er selbst als Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz in der Lage in alle Diözesen hineinzuwirken, um die Missbrauchsfälle vollständig aufzuklären! Zumindest nicht in die Diözese Regensburg, die trotz schwerwiegender Beweise immer noch mauert und nichts zugibt.

 

Der Missbrauchsfall von Riekofen und der unschuldige Bischof von Regensburg

 

Seit die Missbauchsfälle in der RKK im Jahre 2010 auch in Deutschland publik geworden sind, beschäftige ich mich sehr intensiv mit deren Aufarbeitung. Dabei habe ich einen relativ genauen Einblick in die Machenschaften bekommen, wie die katholischen Würdenträger mit dem Missbrauch in ihren eigenen Reihen umgehen.

 

Der sexuelle Missbrauch durch einen katholischen Priester in Riekofen in der Diözese Regensburg ist einer der ersten Fälle, der bekannt geworden ist und einer der prägnantesten in der deutschen Kirchengeschichte, geht es dabei sogar um eine Wiederholungstat. Anhand dieses Aufsehen erregenden Vorkommnisses kann man sehr gut erkennen, wie die Mechanismen in der RKK laufen und wie dilettantisch die beteiligten kirchlichen Protagonisten damit umgehen.

 

In meinen nachfolgenden Berichten stütze ich mich weitgehendst auf die Mitteilungen der Diözese Regensburg, die ich auf deren Homepage des Bischöflichen Ordinariats gefunden habe, also auf reine kirchlichenbezogene Aussagen. Mit dem Link: http://www.bistum-regensburg.de/default.asp kommt man auf die Homepage der Diözese Regensburg. Nach Eingabe des Wortes „Missbrauch“ in die Suchfunktion erhält man 18 Einträge zu diesem Thema. Zum selben Ergebnis kommt man auch mit den direkten Link: http://www.bistum-regensburg.de/default.asp. Allein die unterschiedlichen Darstellungen der Beteiligten in diesen Kommentaren zeigen das ganze Dilemma auf, das im Regensburger Ordinariat herrscht. Man kommt sich vor, als sei man in einen aufgeschreckten Hühnerhaufen geraten. Aus ihrem verträumten, selbstzufriedenen Schlaf gerissen, agieren die Akteure dann konzeptlos in der Öffentlichkeit, oft ohne genauem Wissen des Sachverhalts, ohne Absprache untereinander, aber mit der leidenschaftlichen Unbekümmertheit, man dürfe die Souveränität der RKK nicht in Frage stellen. Hat man geglaubt - aber nicht bedacht, dass die folgsamen Schäfchen, die man ja von Kind auf, beginnend mit der Taufe, so erfolgreich indoktriniert hat, in der heutigen Zeit sich nicht mehr so leicht beeinflussen lassen und zu denken beginnen. Nachdem der Stein ins Rollen gebracht worden ist, versucht man nun, Schaden von der RKK fernzuhalten, mit dubiosen Mitteln und dadurch oft mit fatalen Folgen, wie man am Beispiel des Falles von Riekofen in der Diözese Regensburg sehr deutlich erkennen kann.

 

Einige Freunde und ich haben uns zusammengesetzt, um die Unzulänglichkeiten in der Regensburger Argumentationskette der hochdotierten Verantwortlichen aufzudecken. Dabei sind wir nicht nur auf Unwahrheiten, aka Lügen, gestoßen, sondern auch auf grobe, schon vorsätzliche Missachtung der im Jahre 2002 von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erarbeiteten Leitlinien „Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ im Folgenden nur mehr „Leitlinien“ genannt. Eigentlich sind wir der Meinung, dass mit diesen Leitlinien ein Regelwerk geschaffen worden ist, das den Missbrauch in der RKK verhindern und die potentiellen Opfer schützen soll. Weit gefehlt! So hat sich die Diözese Regensburg, explizit ihr Leiter, der damals neu ernannte Diözesanbischof als Verantwortlicher; genau diesen Leitlinen widersetzt. Ob aus Unwissenheit, Sorglosigkeit, falscher Beratung, Fahrlässigkeit oder Vorsatz sei einmal dahingestellt. So hat dieser frische, verantwortungslose Amtsträger durch sein Verschulden weitere Missbrauchsfälle verursacht, die es nach den Leitlinien unbedingt zu vermeiden gegolten hat. Er ist derjenige gewesen, der einen bereits vorbestraften pädophilen Sexualstraftäter wieder in eine Pfarrei eingesetzt und bewusst mit Kindern zusammengebracht hat, obwohl es in den Leitlinien ausdrücklich untersagt ist. Kein Wunder, dass es durch den Sexualverbrecher im Kirchenornat erneut zu weiteren sexuellen Missbräuchen gekommen und den Opfern großes Leid zugefügt worden ist.

 

Ein so mit Titeln dekorierter Mensch, wie es der neue Bischof in seinem Lebenslauf selbst dargestellt hat, sollte eigentlich soviel Verstand, Intelligenz und Bildung besitzen, dass er das Problem eines sexuellen Missbrauchs in seinem Verantwortungsbereich souverän lösen, abschließen und sinnvolle präventive Maßnahmen einleiten kann, auch wenn der Bischof nach seinen eigenen Worten von Gott selbst in dieses Amt eingesetzt worden ist. Was aber dabei, während dieser Bischofsperiode, in Regensburg herausgekommen ist, kann meines Erachtens nicht mehr guten Gewissens hingenommen werden, nicht für die Gläubigen, nicht für die RKK und erst recht nicht für die im Regen stehen gelassenen Opfer. Hier hat man den völlig falschen Man in das Amt eines Diözesanbischofs gehieft, in dem Verantwortung, Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, Führungseigenschaften einen höheren Stellenwert haben müssen, als die reine Lehre der Theologie. Zum Leiten einer Diözese sind Praktiker erforderlich, die ihrer Herde den Weg zeigen können und keine abgehobenen Theoretiker!

 

Wenn ein Priester seine Vertrauensstellung ausnützt und sexuellen Missbrauch in einer Organisation begeht, die die Moral zum höchsten Gut ihres Glaubens erhebt, dann hat er in unserer Gesellschaft nichts mehr zu suchen. Wenn es sich bei den Opfern allerdings um die Schwächsten unter uns Menschen handelt, um unsere Kinder, dann kann ich mich persönlich nicht mehr zurückhalten, so Leid es mir tut. Dagegen muss ich vorgehen, gegen die Täter selbst und gegen diejenigen, die diesen Missbrauch ermöglichen, dulden und versuchen ihn zu vertuschen, nur um sich selbst und ihrer Institution nicht im schlechten Licht erscheinen zu lassen. Nein, dagegen habe ich als Christ etwas, auch wenn ich es nur verbal ausdrücken kann. Wenn die RKK nicht in der Lage ist, Pädophile und, weil die Opfer meistens Jungen sind, auch zugleich Homosexuelle bei der Aufnahme in den Priesterstand nicht aussortieren kann, dann muss sie sich auch gefallen lassen, dass dieses Unvermögen angeprangert wird, wenn es auch die Hirten Gottes sind. Vor solchen Leuten verliere ich jeglichen Respekt! Manchmal frage ich mich, warum die RKK der Moral einen solch hohen Stellenwert einräumt? Und nach den Missbrauchsfällen scheint es doch wahr zu sein, dass die RKK, die Moral ausschließlich zur Gängelung und Unterdrückung ihrer Mitglieder verwendet!

 

Moral, insbesondere die Sexualmoral, hat neben Himmel und Hölle bei Analphabeten als Sanktionen zur Erlangung von Gehorsam noch gewirkt und funktioniert vielleicht noch in der dritten Welt. In der heutigen Zeit erzeugt diese Bevormundung durch die selbsternannten Gottesknechte im aufgeklärten Europa nur mehr ein müdes Lächeln.

 

Dank Internet ist es kaum mehr möglich, dass Kirchenfürsten ihre Untugenden so leicht verschleiern können. Da hilft es auch nicht, dass ein früherer Präfekt der Glaubenskongregation, angeordnet hat, alle Missbrauchsfälle an den Vatikan abzugeben, um diese dort deckeln zu können. Wer die Messlatte der Moral so hoch hängt wie die RKK, stürzt nur um so tiefer, wenn man selbst daran gemessen wird.

 

Aber informieren Sie sich bitte selbst und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil über die Abgründe des menschlichen Versagens eines Bischofs und seiner Mitstreiter. Der Schaden, der dabei für die RKK entstanden ist, hinterlässt bleibende Eindrücke. Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, sich aus der Affäre zu ziehen, wenn man von vornherein ehrlich mit diesen Fällen umgegangen und um Aufklärung bemüht gewesen wäre. So aber sind die Hauptverantwortlichen, alles hochkarätige Theologen aber scheinbar ohne den Beistand des Allmächtigen, immer weiter in den Sumpf geschlittert und sind heute noch nicht herausgekommen! Andere Diözesen haben da wesentlich effektiver agiert! Wenn auch der Bischof ausgetauscht worden ist, ein Makel wird der Diözese Regensburg immer bleiben. Vielleicht schafft der Nachfolger ein Kehrtwende. Zu vergönnen wäre es ihm. Wer den Glauben mit seinen Geboten erfolgreich vertreten will, muss sich selbst strikt an die von ihm geschaffenen Regeln halten und jegliche Missstände, die diese Direktiven brechen, aufklären. Nur so ist er glaubwürdig und wird von seine Gläubigen anerkannt, auch wenn er einmal einen Fehler macht. Die RKK ist nach all den Skandalen der letzten Jahre denkbar schlecht geeignet, um der Gesellschaft heute Ratschläge zu erteilen und ihre Gebote aufzuzwingen. Das hat sie sich selber eingebrockt!

 

Ich werde dazu in den nächsten Beiträgen, in Folge, die nötigen Hintergrundinformationen liefern, die meine Freunde und ich bereits 2010 in der Osterzeit aus aktuellem Anlass bei unseren jeweiligen Treffen zusammengestellt haben. Dabei berücksichtige ich auch die seit dem Jahre 2010 eingetretenen wichtigen Geschehnisse, die unsere Erkenntnisse bis zur Einstellung der einzelnen Beiträge auf dieser Homepage tangiert haben, wie zum Beispiel der vollzogene Bischofs- und Papstwechsel usw.. Mit den Informationen können Sie dann selbst weiterarbeiten, wenn ich ihr Interesse geweckt habe. Ich setzte allerdings voraus, dass Ihnen der Text der Leitlinie aus dem Jahre 2002 vorliegt. Abzufragen ist er auf der Homepage der DBK unter dem Link:

http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=379&cHash=25c3d7917557b74fe1b52430bb7912f0.

 

In unseren Beiträgen, die wir immer unter einem bestimmtes Motto erarbeitet haben, wiederholen sich manche Ergebnisse und viele unserer Argumente, weil wir zunächst davon ausgegangen sind, die einzelnen Berichte als in sich abgeschlossene Artikel über einen längeren Zeitraum ins Netz zu stellen und nicht wie jetzt geschehen in einer abgeschlossenen Serie. Wir bitten deshalb die Wiederholungen zu entschuldigen. (Ironie an) Na ja, ich könnte mich auch damit herausreden, indem ich einfach behaupte, ich würde genauso verfahren, wie die RKK es seit 2.000 Jahren tut und die werten Leser durch ständige Wiederholungen von der Richtigkeit unserer Erkenntnisse zu überzeugen. Allerdings müssen unsere Leser, im Gegensatz zur RKK, dabei nichts mehr glauben, sondern können alle unsere Argumente nachvollziehen und sich ein eigenes Bild von der ganzen Angelegenheit machen. Wir sind auch nicht böse, wenn man zu einer ganz konträren Einschätzung gelangt. Zum Glück herrscht in diesem Land die Meinungsfreiheit und wird nicht durch die Inquisition verfolgt, deren Endergebnis im Mittelalter meist der Scheiterhaufen war, gleichgültig, ob die Kirchenkritik berechtigt war oder nicht. (Ironie aus)

 

Meine manchmal sehr kritischen, ja bissigen An- und Bemerkungen in den Berichten über den damals verantwortlichen Bischof von Regensburg und seinem Verwaltungsstab im Ordinariat müssen natürlich nicht mit Ihrer Meinung im Einklang stehen.

 

Viele Grüße

Ihr HochWalt

 

 

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