HW-R-002 - HochWalts Einstellung zur Katholischen Kirche

 

verfasst 2012 - geändert am 07.10.2012 

 

Liebe Leser, verehrte Christen und ein Hallo allen, die sich ausschließlich als Kirchensteuerzahler outen,

 

wenn mich jemand fragt, ob ich als Taufscheinchrist, Kirchensteuerzahler und ehemaliger ehrenamtlicher Mitarbeiter der Pfarrei mit der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) heute einverstanden bin, antworte ich ihm mit einem klaren: „Nein!“. Nein, ich bin nicht einverstanden mit der RKK in der heutigen Form.

 

Will man die Gründe wissen, erkläre ich zunächst, dass die RKK nichts mehr mit dem Christentum des Jesus von Nazareth zu tun hat. Sie partizipiert zwar an dieser Religion, behauptet sogar, die einzige wahre Stellvertreterorganisation der dreifaltigen Vielgötterei auf Erden zu sein, ist in Wirklichkeit aber nur eine parasitäre Sekte, die aus dem Volk das Geld für ihr feudales Leben zieht und zwar mit allen mafiosen Mitteln (frei nach Wikipedia: Mafia (auch: Maffia) ist ursprünglich die Bezeichnung für einen streng hierarchischen Geheimbund gewesen, der heute seine Macht durch Erpressung, Gewalt und politische Einflussnahme zu festigen und auszubauen versucht ...). Das hat mit Kaiser Konstantin 313 n.Chr. (konstantinische Wende) begonnen, der die christliche Religion aus machttaktischen Gründen gefördert hat und die 380 n.Chr. durch Theodosius I zur Staatsreligion erhoben worden ist.

 

Nachdem man in dieser zu Beginn sehr sozialen Sekte aber den Reichtum gerochen und die Macht geschmeckt hat, sind die Kirchenfürsten unaufhaltsam daran gegangen, diese beiden rein menschlichen, keineswegs göttlichen Grundsätze zu ihren eigenen höchsten Zielen zu erklären und pragmatisch zu verfolgen und zu verwirklichen - mit all den negativen Auswirkungen, die die nunmehr 1.700-jährige Kirchengeschichte aufzeigt und die wir heute glücklicherweise auch nachlesen können, was die Wissenschaft auch ohne die Öffnung der Geheimarchive des Vatikan bisher erforscht hat.

 

Über die Ursachen, warum diese Dokumente nicht öffentlich (zumindest Wissenschaftlern) zugänglich gemacht werden, darf spekuliert werden und wird zunächst weiter eine Geheimnis des Vatikans bleiben. Mit dem Archivmaterial könnten die Würdenträger der RKK aber den angeblich verleumderischen Vorwürfen der Kirchenkritiker zu Kreuzzügen, Ketzerverfolgung, Hexenverbrennungen, Inquisition, Folter, Missbrauch, Religionskriegen, Völkermord, Machtkämpfen, Rachsucht, Erbschleicherei, Raffgier, Dokumenten- und Urkundenfälschung, Erpressung und Zuhältertum in den bischofseigenen Bordellen und Klöstern erfolgreich und konsequent Paroli bieten. Die RKK weist ja alle diese Anschuldigungen grundlegend zurück, allerdings ohne einen stichhaltigen, nachprüfbaren Beweise vorzulegen. Sie gibt immer nur, entsprechend der Salamitaktik, das zu, was ihr unwiderlegbar nachgewiesen worden ist. Das ist in meinen Augen höchst schleierhaft, beschämend und zeugt nicht gerade von einem objektiven Umgang mit der Kirchengeschichte. Da ist es überhaupt kein Wunder, wenn auch in der christlichen Bevölkerung die Phantasie sprudelt.

 

Habgier ist das geheime Zauberwort der beiden deutschen Kirchen! Diesen Vertretern einer dubiosen, unbewiesenen außerirdischen Macht geht es in erster Linie nur um die Wahrung ihrer eigenen irdischen Pfründe. Wieso ist es möglich, dass aus einer armen Sekte mit dem Credo: „Gib all deinen Reichtum den Armen und folge mir nach!“, die größten Gundbesitzer in deutschen Landen geworden sind, obwohl durch die Säkularisation bereits der größte Teil der beiden Großkirchen enteignet worden ist? Wie der Reichtum zusammengerafft worden ist, können interessiert in den Geschichtsbüchern nachlesen. 

 

Dieses Hängen am schnell und leicht verdienten Geld ist mit dem „Allgemeinen Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt“ vom 20.09.2012 wieder eindrucksvoll bewiesen worden. Durch diese Hintertür ist der Ablasshandel erneut salonfähig gemacht worden: Ohne Kirchensteuer, den deutschen Sonderweg der bequemen Kirchenfinanzierung, gibt es keine einzige römisch-katholische „Dienstleistung“, was man auch immer darunter verstehen mag.

 

Wohlgemerkt: Die Kirchensteuer bildet nur einen sehr kleinen Teil von dem, was die beiden Großsekten in Deutschland einsacken. Der weitaus größere Betrag wird direkt vom Staat an die Kirchen ausgezahlt, von den Steuergeldern aller deutschen Steuerzahler. So stecken auch Anders- und Nichtgläubige diesen klerikalen Geldeinsammlern ihre Groschen in den Klingelbeutel mit den übergroßen Öffnungen. Und die brave Kirchengemeinde der RKK, ich eingeschlossen - wird von ihrem Verein doppelt abkassiert: über die Kirchensteuer und über die normale Steuer! Da ist es nur folgerichtig, dass die Kirchen keine Bilanz und Steuererklärung vorlegen müssen, würde man ja dann explizit nachvollziehen können, in welchen Kanälen das ganze Geld aller Bürger versickert. Böse Zungen behaupten sogar, die Kirchenoberen wüssten selbst nicht einmal, wie groß Ihr Besitz und Vermögen ist und wohin das ungebundene, freie Geld verschwindet. Das würde aber einem  Armutszeugnis für die direkten Vertreter des Allwissenden gleichkommen  

 

Da kann nicht einmal der Vatikan mit seiner „Entweltlichung“ dagegen anhalten und knickt gegenüber der Phalanx der deutschen Kirchengeneräle ein und scheitert kläglich! Ob man damit nicht erst recht die Gläubigen aus den Kirchen in Deutschland treibt, wird die Zukunft zeigen. Aber vielleicht gelingt es dem Papst mit Hilfe der Allmacht seines Chefs doch noch, die deutsche Sturheit zu knacken und sie wieder auf die Linie Roms zurückzuführen. Er müsste dabei aber dem Spruch: Geld regiert die Welt! sehr tapfer widerstehen können. Aber der Klerus besteht auch nur aus ordinären Menschen und nicht aus Göttern. 

 

In diesem Zusammenhang ist aber paradoxerweise von Glaubensvermittlung, Bindung an Gott, religiösen Basisaufgaben und christliche Nächstenliebe überhaupt nicht die Rede und wird meines Erachtens von den Gottesvertretern als nebensächlich angesehen, vielleicht sogar nur als Tarnung ihrer eigentlichen Ziele: Macht und Reichtum. Von einer sozialen Gegenleistung der RKK für ihre Gläubigen ist kaum etwas zu erkennen. Nur rund mickrige 10 % der Kirchensteuer fließen in die kirchlichen soziale Einrichtungen zurück! Deshalb machen heute auch die beiden Bonmots bei den Steuerzahlern die Runde: Was können die beiden christlichen Großsekten ihren Gläubigen von sich aus bieten, was nicht der Staat den Kirchen wieder erstattet? Oder treffender: Was leisten denn die Kirchen mehr, was der Staat nicht schon längst tut? An einem guten Ruf scheint meine RKK nicht interessiert zu sein, wenn nur die Kasse voll gefüllt ist. 

 

Viele Grüße

Ihr HochWalt

 

PS: Warum ich nicht aus der RKK oder nur aus der katholischen Gesellschaft des öffentlichen Rechts ausgetreten bin? Gut Frage! Einfache Antwort: Weil ich dann als Außenstehender und Nichtmitglied das alles hier nicht schreiben könnte, ohne als Atheist tituliert und dann als inkompetent abgekanzelt zu werden. Ich bin der Meinung, dass man nur von innen heraus in der RKK eine Änderung bewirken kann, wenn man den Finger in die römisch-katholische Wunde legt und die Missstände meiner Kirche aufzeigt. - Wenn die Kirchensteuer fallen würde und die Gläubigen über die Verwendung ihres Kirchengeldes frei bestimmen könnten, würde bestimmt noch mehr in die Kirchenkassen fließen als jetzt - allerdings für ganz andere Zwecke. Dann müssten die Kleriker endlich Leistung zeigen, wie jeder andere auch, der für sein Tun Geld nimmt! Das ist meine ganz persönliche Meinung. 

 

 

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