KL-06 - Lagerplatzbilder von der Seekajak-Tour 2011 in Dalmatien

 

verfasst 2011 - geändert am 03.10.2011

 

Ergänzend zu den Lagerplatz-Bildern in den Beiträgen KL-01 - "Lagerplatzauswahl und Prioritätenliste" und KL-02 - "Beispiele für die Entwicklung meiner Prioritätenliste" möchte ich in diesem Artikel noch einige von der Seekajak-Tour 2011 hinzufügen, um das Thema über geeignete Lagerplätze abzurunden. Heuer waren meine Paddelpartnerin und ich gemeinsam in der Dalmatinischen Inselwelt unterwegs.

 

Manche Lagerplätze waren vorgeplant, soweit sie auf Google Earth und den Panoramio-Bildern deutlich zu erkennen waren. Oft sind die Photos in Google Earth aber veraltet oder befinden sich nicht an der richtigen Stelle. Sie sind bei der Planung nur mit Vorbehalt zu benutzen. Einige und das waren mitunter die schönsten Lagerstellen, haben wir aber spontan entdeckt.

 

 

Bild 01: Die ersten Nacht unserer Seekajak-Tour „Fahrt zu den 1000 Inseln Kroatiens“ verbrachten wir auf der Insel Mali Sikavac. Weil der Maistral beim Lageraufbau noch blies, öffnete ich das Tarp auf der Leeseite und hatte es in Luv bis über den Kajak heruntergezogen.

 

   

Bild 02: Die Bucht Sabusa auf der Insel Molat mit Blick auf die Insel Sestrunj. Diese Nacht schliefen wir ohne Dach über unseren Köpfen auf dem Tarp, das als Unterlage auf dem Seegras diente, damit die Schlafsäcke etwas geschützt waren. Trockenes Seegras ist hart und sehr rau und kratzt erbärmlich auf der Haut, wenn es sich im Schlafsack verfängt oder durch den Wind hinein geblasen wurde. Weil diese Bucht sehr flach war, kam das Wasser bei Flut bis zum Seegras heran. Außerdem trieb der einsetzende Südwind (Jugo) die Wassermassen zusätzlich in die Bucht. Sicherheitshalber hatten wir die Kajaks schon am Abend auf das Seegras gezogen.

 

 

Bild 03: In der Bucht Kablin auf der Insel Dugi Otok, sie wird auch Osama genannt, lag unser Schlafplatz in der Frühe noch im Schatten der Morgensonne. Sie kam aber sehr schnell über die Klippen gekrochen und trocknete unsere taufeuchte und klamme Ausrüstung. Weil in der Nacht ein paar schwere Tropfen auf unser offenes Lager gefallen waren und im Norden Dalmatiens starkes Wetterleuchten zu sehen war, baute meine Partnerin ihr Zelt im Dunkeln auf. Ich war erstaunt, wie sie es im Finstern schaffte, das Zelt innerhalb kürzester Zeit aufzustellen. Aber außer einigen Tropfen am Anfang regnete es in diese Nacht nicht mehr. Besser das Zelt aber einmal zu oft aufstellen, als einmal zu wenig. Wir wählten das von selbst stehende Zelt als Regenschutz, weil das Tarp auf den Steinplatten sehr schlecht abgespannt werden konnte, insbesondere in dieser Nacht mit ihrer Neumondphase.

 

 

Bild 04: Auf einem breiten Kiesstrand auf der Westseite der Insel Dugi Otok,ungefähr auf der Höhe der Insel Mezanj, konnten wir unsere Kajaks zum seitlichen befestigen des Tarps verwenden. Wegen der Größe des Tarps von 3 x 4 m ist es möglich, die Luken mit der Plane mit abzudecken, so dass wir auch von den Liegematten aus zu unserer Ausrüstung Zugang hatten. Bei Regen ein großer Vorteil. Aber der blieb auch in dieser Nacht noch aus. Der Jugo wie der Scirocco in Kroatien genannt wird, hatte noch nicht seinen Höhepunkt erreicht. Dieser Wind ist ein starker und heißer Süd- bis Südostwind, der sich in der Sahara zusammenbraut.

 

 

Bild 05: Insel Dugi Otok, nur ein paar Kilometer südlicher vom letzten Lagerplatz. Der Jugo hatte an diesem Tag sein Maximum erreicht und kam uns mit 4 Beaufort entgegen. Weil die Buchten auf dieser Seite von Dugi Otok sehr spärlich gesät waren und oft standen Häuser am hinteren Ende, an denen sich die Strände befanden, brachen wir den Tagestrip vorzeitig ab und booteten in einer kleinen einsamen Bucht aus, die von den Wellen aus dem Süden einigermaßen geschützt war. Das Tarp ließ ich dieses Mal am Kajak einen Spalt offen, damit de Wind es nicht zu stark aufblähen und daran zerren konnte. Im Norden, über 10 km entfernt, waren am späten Abend starke Gewitter zu erkennen und auch zu hören. In dieser Nacht prasselte ein Platzregen auf die Plane, die aber dem vielen Wasser souverän standgehalten hatte.

 

 

Bild 06: Heuer bekamen wir es immer wieder mit Felsplatten zu tun. Gemütlich hockten unsere Kajaks auf dem blanken glatten Felsen. Die Ausrüstung,war zum Trocknen ausgebreitet. Einen ebenen Lagerplatz fanden wir auf einem kleinen Bootsanleger, von dem ich das Photo geschossen hatte. Der Jugo hatte aufgehört und war in eine schwache Bora übergegangen, von der wir aber nichts bemerkt hatten, weil wir an der Leeseite der Insel gepaddelt waren.

 

 

Bild 07: Östlich vom Nordkap der Insel Lavdara hatte meine Paddelpartnerin eine winzige Felsenbucht entdeckt. Ich muss zugeben, ich wäre daran vorbeigefahren. Aber bei näherer Betrachtung besaß sie alle Voraussetzungen einer idealen Bucht nach unseren Vorstellungen. Sogar ein Fluchtweg bei aufkommendem Sturm war vorhanden. Ein Grund mehr, um einen Ruhetag einzulegen.

 

 

Bild 08: Westküste der Insel Iz: Einen Miniaturhafen bei einem einsamen Olivenhain hatten wir uns für diese Nacht auserkoren. „Brüderlich vereint“ liegen unsere Kajaks auf einem schmalen Slip ...

 

Bild 09: ... während wir uns auf der anderen Seite der Hafenmole gemütlich eingerichtet hatten, mit separater Küche und windgeschützten Schlafplätzen, die wegen der geringen Breite des Weges allerdings erst später hergerichtet wurden.

 

 

Bild 10: Noch einmal eine Mole mit benachbartem Slip im Nordosten der Insel Ugljan. Wir konnten bereits nach Zadar hinüberschauen, das etwas südlicher von uns gut zu erkennen war. Bei Vollmond starteten wir kurz nach Mitternacht zu einer Nachtfahrt, zunächst hinüber nach Petrcane und dann weiter nach Norden.

 

 

Bild 11: Das letzte Outdoorlager errichteten wir wieder auf der Insel Mali Sikavac. Eigentlich wollten wir in einer Bucht auf dem Festland nahe bei Vrsi übernachten. Aber wir waren schon sehr lange unterwegs gewesen und bei den noch weiter entfernten Buchten war ich mir nicht sicher, ob sie den Idealbedingungen entsprachen, so dass wir zur vorgerückten Stunde lieber den Platz aufsuchten, den wir bereits kannten und für gut empfunden hatten. Wir hatten noch einen Tag Zeit und legten deshalb einen Ruhetag ein. Der andere Morgen empfing uns mit sehr starkem Nebel und die Sonne schaffte es erst am späten Vormittag, die Nässeschwaden zu vertreiben. Aber am Morgen darauf, an unserem letzten Paddeltag, strahlte die Sonne bereits in der Frühe und trocknete alles wunderbar ab. Nur die Buchten auf der anderen Seite des Sunds, die wir eigentlich als letzten Lagerplatz auserwählt hatten, lagen noch unter dichten Nebelschleiern und die hatten sich auch bei unserer Abfahrt noch nicht aufgelöst.

 

 

Bild 12: Ankunft am Slip bei unserer Pension in Devcic Draga: Start- und Zielpunkt unserer Reise zu den 1000 Inseln Dalmatiens. Und wie zu Beginn unserer Seekajak-Tour mieteten wir ein Appartement. Wir wuschen uns das Salz ab, das wir beim Baden im Meer am Körper eigentlich immer nur verdünnt hatten, ruhten uns aus. Am Abend saßen wir mit Wirt und Wirtin bei Käse, Speck, Brot, Bier und Schnaps zusammen, erzählten von unseren Abenteuern von unseren Funden und der Wirt ließ es sich nicht nehmen, meiner Partnerin einen großen stacheligen Seeigel und zwei große Schneckengehäuse zur Ergänzung ihrer Sammlung zu schenken, die er vor einiger Zeit als Beifang in seinem Fischernetz gefunden hatte.

 

Heuer war es uns wenigstens an einigen Stellen gelungen, Übernachtungsplätze mit idealen Voraussetzungen für eine Solo-Paddeltour zu finden. Vier Augen sehen halt doch mehr als nur zwei. Wenn wir auch dieses Mal zu zweit unterwegs waren, wollten wir zumindest im Lager „solo“ bleiben. Zur Auswahl der Lagerplätze mit meiner speziellen Checkliste siehe den Beitrag KL-01 - "Lagerplatzauswahl und Prioritätenliste".

   

 

 

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