BV-03 - Asiatische Kampfkunst mit bayerischen Akzenten

 

verfasst 2012 - geändert am 24.08.2012 - Quelle: Süddeutsche Zeitung - Reg. Freising vom 24.08.2012

 

von Regina Bluhme

 

Der Freisinger Optikermeister Wolfgang Buttler kombiniert das Sehtraining mit dem Selbstverteidigungssport Bado

 

Freising - 30 Jahre führt Wolfgang Buttler in Freising bereits den gleichnamigen Optikbetrieb, mit dem er vor einigen Jahren von der Ziegelgasse an die Obere Hauptstraße gezogen ist. Gemeinsam mit seinem Sohn Dennis hat er ein spezielles Sehtraining entwickelt, in Verbindung mit einer wohl einzigartigen Sportart: dem Bado, dem "bajuwarischen Weg" der asiatischen Kampfkunst.

 

 

Bild 01: Karl Plass (links) hat die neue Sportart Bado erfunden, Optikermeister Wolfgang Buttler kombiniert sie mit Sehübungen. FOTO:PRIVAT

 

Bado setzt sich zusammen aus "Ba" für "Bajuwarisch" und "Do" für das japanische Wort "Weg", erklärt Wolfgang Buttler. Das Bajuwarische an der Sportart ist laut Buttler vor allem sein Erfinder, nämlich Karl Plass, ein Bayer aus Mainburg. Plass ist ehemaliger Judoka und langjähriges Mitglied im TSV Mainburg und so, wie der 60-jährige das Wesen des Bado beschreibt, enthält auch die Sportart durchaus etwas Bayerisches oder zumindest sehr Westliches: "Eine runde Sache, die stark und gesund macht". Verschiedene Disziplinen aus der asiatischen Selbstverteidigungskunst, wie Tai Chi, hat Karl Plass unter anderem mit Yoga-, Fitness- und Gleichgewichtsübungen kombiniert.

 

Trainiert werden Schlag-, Stoß-, Druck- und Zug-Bewegungen mit so klangvollen Namen wie Fensterschließen, Tuchheben oder flinker Frosch. Wichtig sind laut Plass die fließenden Bewegungen, die "immer kleiner und runderwerden" und sich auch auf kleinstem Raum üben lassen. Beim TSV Mainburg trainieren mittlerweile einmal wöchentlich zwischen acht bis zehn Mitglieder der Bado-Abteilung. Einer davon ist der Freisinger Augenoptikermeister Wolfgang Buttler und er ist überzeugt: Die Kampfkunst auf bajuwarische Art lässt sich optimal mit Sehübungen kombinieren. Für seine Übungsmethoden verwendet er eigens angefertigte Trainingshilfen. Selbst gebaut hat Buttler zum Beispiel einen Plastikstab mit mehreren Farbmarkierungen. Auf Zuruf einer bestimmen Farbe muss ein Ball mit dem jeweiligen Farbfeld abgeschlagen werden. "Die Augen müssen immer optimal zusammenarbeiten, um Distanzen richtig einschätzen zu können", betont Buttler. Bei den meisten Menschen seien allerdings Defizite in der Augenmuskulatur vorhanden. Damit die Datenvermittlung zum Gehirn ohne Zeitverzögerung stattfinden könne, "müssen Auge und Körper im Einklang sein". Mit der Kombination von optischen und körperlichen Übungen könnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden, betont Buttler. Das richtige Einschätzen von Distanzen oder eine optimale Augen-Hand-Koordination sei für Sportler ebenso wichtig wie für Kinder im Schulunterricht.

 

Bei den meisten Menschen gibt es laut Buttler Defizite in der Augenmuskulatur.

 

Pünktlich zum 30-jährigen Bestehen der Firma will Wolfgang Buttler zusammen mit Sohn Dennis sein Visualtraining mit Bado von diesem Herbst an auch anderen Vereinen anbieten. "Je nach Nachfrage auch mal als Wochenendseminar." Bisher sei die Kombination gut angekommen, er habe einen Kundenkreis aus Augsburg, Ingolstadt und sogar Berlin, berichtet der Optikermeister. "Um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, muss man sich von der Masse abheben." Er setzt dabei auf den bajuwarischen Weg.

 

 

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